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Kartoffelgerichte – Meine Top 5

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Ich habe kurz überlegt, ob das Thema nicht zu banal ist, aber da ich für diese einfach und schnell zubereiteten Rezepte (da haben wir es wieder – einfach und schnell) ganz oft Komplimente bekomme, habe ich mich doch dafür entschieden, euch meine Top 5 vorzustellen…

Gerade ist ja auch Erntezeit und da schmecken die Kartoffeln besonders gut! Ich bin durch meinen Ökobauern mit zwei Sorten versorgt – einmal eine mehligkochende Sorte für Pürees, dann eine zweite mit der man den ganzen Rest machen kann (Bratkartoffeln, Salat, Salzkartoffeln…).

Ich bin Vegetarier, aber ganz unkompliziert… Ich mag keinen Tofu und auch keine Soja-Bratlinge, privat nicht und auch nicht, wenn ich zum Essen eingeladen bin. Ich bin schon mit den Beilagen glücklich. Das war schon immer so, auch zu Fleisch-Zeiten… Vorausgesetzt die Beilagen sind lecker!


An dieser Stelle ein ganz großes Lob an meinen Mann. Er ist kein Vegetarier, passt sich aber, zumindest zu Hause, meinen Essgewohnheiten sehr gerne an. Sein Lieblingsgericht sind zum Beispiel Kartoffeln und Quark. Da haben viele Mitleid mit ihm, warum auch immer… Kartoffeln sind nicht gleich Kartoffeln und jetzt bin ich auch schon beim Thema.

Röstkartoffeln
Kartoffeln und Quark bedeutet meistens: Pellkartoffeln und Kräuterquark. Das ist jetzt auch nicht unbedingt meins. Daraus ein geschmackliches Highlight zu machen, ist schon schwieriger… Als Vegetarier muss ich auswärts ja auch ganz oft auf Folienkartoffel und Sour Creme ausweichen… Abgesehen davon, dass ich mittlerweile Bedenken wegen der Alufolie habe, habe ich da auch schon ganz schreckliche Geschmackserlebnisse gehabt…


Kartoffeln und Quark gibt es bei mir als Röstkartoffeln mit Tsatsiki. Klingt auch einfach, ist es auch… Aber Tsatsiki schmeckt auch nicht immer, nicht mal beim Griechen. Da gibt es ja auch ganz viele Varianten… Meine findet ihr hier: https://typisch-heike.de/2019/09/24/tsatsiki-und-guacamole-mehr-als-nur-eine-vorspeise/

Für die Röstkartoffeln nehme ich eine festkochende Sorte und koche Pellkartoffeln. Wenn sie gar sind, werden sie geschält und halbiert. Mit den Schnittflächen nach unten lege ich sie in die heiße Pfanne und brate sie bei mittlerer Hitze in Olivenöl an. Das gibt zusätzlich Aroma! Gewürzt wird mit (Kräuter-)Salz, schwarzem Pfeffer aus der Mühle und frisch geriebener Muskatnuss. Wenn sich eine schöne, knusprige Röstschicht gebildet hat, wende ich die Hälften.


Wenn ich ausnahmsweise mal gut organisiert bin, dann habe ich Pellkartoffeln auf Vorrat und dann geht es ganz schnell. Aber meistens bin ich unorganisiert, deshalb liebe ich ja alles, was einfach ist und schnell geht. Abgesehen davon, sind das ja auch meistens die besten Gerichte!

Kräuterkartoffeln
Salzkartoffeln sind eine ganz beliebte Beilage. Allerdings merkt man gerade hier, dass die ganze Aufmerksamkeit in das Fleischgericht fließt. Und irgendwie schmecken sie ja nur, wenn man sie in der Soße zerdrückt…
Dabei ist es so einfach, eine köstliche Beilage daraus zu machen. Oder für mich ein Hauptgericht, zusammen mit einem tollen Salat.

Am besten geeignet ist eine festkochende Kartoffelsorte. Und da das Auge bekanntlich mit isst, kommt es auch auf die Form an. Ich finde, Schnitze sehen am hübschesten aus. Diese werden zusammen mit ausreichend Wasser (so dass die Kartoffeln gerade bedeckt sind), beliebigen Kräutern (Salbei, Thymian, Oregano, Rosmarin…), Salz und einem guten Schuss Olivenöl gar gekocht.

Das Wasser abgießen, grobe Stiele, die man nicht essen kann, entfernen und noch einmal mit Salz, (buntem) Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Vorsichtig wenden, sonst zerfallen die Kartoffeln.

Wenn etwas übrig bleibt, den Rest am nächsten Tag in Olivenöl anbraten. Einen Dip und einen bunten Salat dazu, fertig.

Das Schnitzen von Kartoffeln und anderem Gemüse habe ich in der Sternegastronomie gelernt. Ich wollte in der Tat einmal ins Hotelfach und habe in den Sommerferien eine Schnupperlehre in einem Nobelhotel in Baden-Baden gemacht. Unter anderem habe ich eine Woche in der Küche zugebracht und war mit nichts anderem beschäftigt, als Gemüse in die perfekte Form zu bringen… Das war aber nicht der Grund, warum ich mich dann doch für Germanistik und Kunstgeschichte und den Journalismus entschieden habe…

Kartoffelgratin
Da gibt es auch die verschiedesten Varianten. Vor allem scheuen viele die Kalorien. Gerade deshalb finde ich mein Rezept so gut. Weil es verhältnismäßig kalorienfreundlich ist, ohne geschmacklich Abstriche zu machen. Es kommt ohne Käse aus. Ich mag prinzipiell nichts, was mit Käse überbacken ist. Es sieht furchtbar aus und soll wohl über den Geschmack hinweg täuschen…

  • 1 Kilogramm Kartoffeln, festkochend
  • 1/4 Liter Milch (1,5%)
  • 1/4 Liter Sahne
  • 1 Zehe Knoblauch, fein gehackt
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskatnuss

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen (Ober- und Unterhitze). Die Kartoffeln schälen und roh mit der Gemüsereibe oder einem Küchenmaschinen-Aufsatz in sehr feine Scheiben schneiden. Je feiner, desto besser. Schuppenförmig in einer gut gebutterten Auflaufform anrichten.
Milch, Sahne, Knoblauch und Gewürze mischen und über die Kartoffeln gießen. Das Gemisch kräftig abschmecken.


Für etwa 1 Stunde in den Ofen schieben. Nach 50 Minuten kann man den Backofen bereits ausschalten und bei geschlossener Tür das Gratin noch ruhen lassen. Man sieht es an der appetitlichen Bräunung, wenn das Gratin fertig ist.


Durch das Sahne-Milch-Gemisch hält sich der Schaum, der beim Backen langsam aufsteigt und gerne über die Form läuft, in Grenzen. Ist die Form ausreichend hoch, bleibt der Backofen in jedem Fall sauber.

Kartoffelpüree, klassich
Genau genommen handelt es sich um Kartoffelstampf, denn die gekochten Kartoffeln werden gestampft und nicht durch eine Presse gedrückt. Ich persönlich mag es, wenn noch ein paar Kartoffelstücke bleiben, das ist aber Geschmacksache. Alternativ funktioniert das Zerkleinern auch mit einem Handrührgerät. Auf keinen Fall mit dem Pürierstab arbeiten, weil sich so die Kartoffelstärke in Tapetenkleister verwandelt – in Farbe und Konsistenz!


Hierfür sind mehlig kochende Kartoffeln am besten geeignet. Diese schälen, in kleine Stücke schneiden und in ausreichend Salzwasser gar kochen. Das Wasser abgießen, ein Stück Butter zu den heißen Kartoffeln geben, Salz, Pfeffer und Muskatnuss, einen guten Schuss Milch und kräftig zerstampfen. Auch hier nehme ich wieder die kalorienfreundlichere Variante. Natürlich funktioniert es fast noch besser mit Sahne, da die Konsistenz cremiger wird, aber der Geschmacksunterschied ist für mich nicht so relevant, dass sich die Kalorienbombe lohnt. Oder man nimmt halb Milch, halb Sahne…
Wieviel Flüssigkeit in Form von Milch oder Sahne man zugibt, ist Gefühlssache. Einfach vorsichtig anfangen und nachgießen, wenn die Konsistenz noch zu fest ist.


Ich richte gern mit Servierringen an, das sieht ansprechender aus und ist immer ein Hingucker. Noch etwas Muskatnuss darüber reiben, fertig.

Kartoffelpüree, mediterran
Hier handelt es sich einfach um eine Abwandlung des klassischen Stampfes. Mehligkochende Kartoffeln in Stücke schneiden, in Salzwasser garen.

Das Wasser abgießen und mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Olivenöl zerstampfen. Passt sehr gut zu Fisch und ist raffinierter, wenn man Gäste hat. Wer mag und wenn es passt, kann noch etwas Parmesan drüber reiben.

Alle aufgezählten Kartoffelgerichte sind für mich übrigens zusammen mit einem abwechslungsreichen Salat oder Gemüse ein perfektes Hauptgericht!

7 Kommentare

  • Gabi

    Hallo Heike,

    ich habe Deine Kartoffelgerichte ausprobiert. Sehr gut 🙂

    Beim Kartoffelpürée oder Kartoffelstampf gebe ich meistens noch ein bisschen entweder Trüffel-, Kürbiskern- oder Olivenöl dazu. Für meinen Geschmack wird das Kartoffelgericht damit abgerundet.

    Bin gespannt auf weitere Rezepte.

    Viele Grüße

    Gabi

    • Heike Ermel

      Zur allgemeinen Info: Gaby war einen Tag nach meiner Kartoffel-Produktion zum Resteessen geladen und musste sich durch meine diversen Kreationen essen… Fünferlei von der Kartoffel – etwas unorthodox, aber mal was anderes… Danke, liebe Gaby!

    • Bärbel Bergbauer

      Ich liebe Kartoffeln! Jetzt habe ich richtig Hunger bekommen. Muss unbedingt mal wieder Kartoffelstampf machen!
      Viele Grüße, Bärbel

      • Julia

        Liebe Heike,

        Deinen Kartoffelauflauf werde ich demnächst mal testen. Sieht sehr lecker aus. Unseren Stampf machen wir seit einiger Zeit nach Jamie. Kurz vor dem Kochende der Kartoffeln kommen in das Kochwasser TK Erbsen. Man gießt dann das Wasser ab und stampft die Erbsen mit den Kartoffeln bissl Butter, Milch usw. Es kann auch gerne etwas grober sein. Guido liebt es!

        • Heike Ermel

          Hallo Julia,

          ja, ich kenne das Rezept :-))) Ich habe die Kartoffel-Top 5 gepostet, als ich noch nicht vegan war… Gratin und Püree Kommen für mich natürlich so nicht mehr in Frage… Aber ich rühre die gekochten Erbsen seither unter meinen mediterranen Kartoffelstampf… Auch lecker… Das Püree funktioniert genauso gut mit pflanzlicher Margarine und pflanzlicher Milch… Nach und nach werde ich diese Rezepte, sofern möglich, veganisieren :-)))

  • Cathrin

    Liebe Heike,
    ich liebe es, Koch- und Backbücher zu lesen oder Rezepte im Internet. Das Dumme ist nur, dass man all die Zutaten oft nicht zu Hause hat und erstmal Einkaufslisten schreiben muss, einkaufen muss und dann ist die Lust am Kochen oft schon wieder weg.
    Ganz anders bei deinen Rezepten, egal ob Zitronenkuchen oder Kartoffelgerichte… so ganz ohne Schnickschnack! Man hat die Zutaten zu Hause und kann gleich loslegen. Vielen Dank!
    Liebe Grüße
    Cathrin

    • Heike Ermel

      Liebe Cathrin, das ist mein Konzept und Du hast es richtig erkannt: dass man die Zutaten meistens zu Hause hat und dass es schnell geht. Ich koche und backe sehr gerne, bin aber kein geduldiger Mensch! Und ich entscheide spontan, was es zu Essen gibt… Ich möchte auch nicht groß planen und einkaufen müssen. Außerdem ist es doch ganz oft so, dass die einfachsten Rezepte auch die besten sind…
      Liebe Grüße, Heike

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