Personal

Ein Parkplatz macht einen Tag

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Es ist an der Zeit, etwas über mich, beziehungsweise mein Denken, zu schreiben, damit ihr mich besser kennen lernt. Vielleicht einen Nerv zu treffen und euch auch den ein oder anderen Kommentar zu entlocken… Man erlebt tagtäglich so viel und vergisst so schnell. Manchmal misst man Erlebten gar nicht so viel Gewicht bei und merkt, wenn man sich mit anderen austauscht, dass man nicht alleine mit seinen Gefühlen ist. Dafür möchte ich diesen Blog ja auch nutzen… Freud und Leid mit euch teilen! Ich fühle mich ganz oft besser, wenn ich mich bei einer Freundin ausheulen konnte, weil sie meine Ansichten entschärft oder in einen anderen Blickwinkel gerückt hat. Innerhalb von wenigen Minuten kann meine schlechte Laune wie eine Regenwolke vom Wind weggeweht werden… Umgekehrt genauso! Ich bin dankbar, wenn eine Freundin ihren Kummer mit mir teilt und wir danach wieder lachen können…

Aber manchmal braucht es auch gar kein tiefgründiges Gespräch, sondern nur einen Gegenbeweis für meine kurzfristig negative Einstellung, denn grundsätzlich bin ich ein positiv denkender Mensch…
So möchte ich euch von meinem gestrigen Tag erzählen. Es gibt Tage, da weiß ich schon beim Aufstehen, dass das nicht mein Lieblingstag wird. Ich habe in einem Motivationsbuch gelesen, dass man durch sein Denken sein Leben beeinflusst – positiv wie negativ. Eigentlich nichts Neues… Wenn man einen Lauf hat, dann läuft es – im positiven wie im negativen Sinne. Stößt man sich schon in der Früh den Fuß an der Bettkante an, dann befürchtet man das Schlimmste. Diese Erwartungshaltung wird mit Erfolg gekrönt: der Kaffee ist alle, auf dem Weg zu Arbeit nur rote Ampeln, kein Parkplatz, lange Schlange an der Kasse, pampige Verkäufer… Kennen wir doch alle, oder?
Mein Motivationsratgeber schlägt vor, es als Zeichen zu sehen. Wenn ich irgendwo anstoße oder mir etwas runter fällt, habe ich wohl gerade schlechte Gedanken? Dann ist es jetzt an der Zeit, die Gedanken zu ändern. Und zwar mit einem kleinen Umschalter, in Form von etwas, was einen glücklich macht… Einen Kaffee trinken, spazieren gehen, den Hund streicheln… Seit ich das weiß, weil ich ein großer Anhänger von Motivationsbüchern und schlauen Sprüchen bin, will es mir aber so gar nicht mehr gelingen, auf Kommando umzuswitchen! Mit Krampf versuche ich, mich aufzumuntern und mir einzureden, dass ich es selbst in der Hand habe, ob es ein guter oder ein weniger guter Tag wird. Ich bleibe also schlecht gelaunt, habe aber wenigstens ein schlechtes Gewissen, weil auch eine Gassirunde mit Wally nichts an meiner Stimmung ändert.

Vielleicht liegt es am Herbst und der weit verbreiteten Meinung, dass der Mensch sich dann von Natur aus in einem Stimmungstief befindet. Ich bin leider sehr anfällig für alles, was gesagt wird. Es legt sich irgendwo in meinem Gehirn und Langzeitgedächtnis ab und aktiviert sich immer im denkbar schlechtesten Augenblick. Also bin ich schlecht gelaunt, weil die Tage kürzer werden, die Sonne nicht mehr so oft scheint, obwohl ich eigentlich froh bin, dass endlich Herbst ist. Ich liebe den Herbst!
Ich wache also gestern mit schlechter Laune auf, lese die durchweg negativen Schlagzeilen in der Tageszeitung und unter meinen E-Mails befindet sich Werbung für Treppenlifte… Dann mache ich mir Gedanken, ob das mit meinem Blog funktionieren wird, weil mir gesagt wurde, dass Bloggen bereits auf dem absteigenden Ast sei und es natürlich auch nicht einfach sei. Ich tue mich schwer, meine Beiträge bei Pinterest zu posten, ich steige nicht durch und bin genervt… Und zu allem Ungemach muss ich dann auch noch meinen Parkplatz fast direkt vor der Haustür aufgeben. Wir haben weder Garage noch Stellplatz und Parkplätze sind in unserem Viertel wirklich Mangelware… Aber ich hatte wie von Wunderhand seit vier Tagen Glück, den am nahe gelegensten Parkplatz zu unserem Zuhause belegen zu dürfen. Obwohl ich diesen heißbegehrten Traumplatz mehrere Male aufgeben musste, habe ich ihn immer wieder unbeparkt vorgefunden.
Aber gestern war ich mir 100 Prozent sicher, dass er, wenn ich in einer Stunde zurück kehre, belegt sein würde! 1000 Prozent war ich mir sicher, weil mein Tag so schlecht ist… Aber er war frei… Ich musste schließlich noch mal weg und jetzt sollte ich meine Lektion endlich lernen: wieder hat er nur auf mich gewartet! Meine Laune war etwas besser, ich musste sogar lachen und die Gewissheit, dass meine Gedanken, nicht der Weisheit letzter Schluss sind, beruhigte mich. Das ist nur ein ganz banales Beispiel, aber die Erfahrung habe ich schon so oft gemacht, auch in wichtigen Belangen.

Es heißt, dass wir nur 10 Prozent unseres gesamten Gehirnpotentials nutzen. Ob das stimmt oder nicht, aber es würde erklären, warum man so oft in die falsche Richtung denkt. Und warum mir erst am Abend eingefallen ist, das mich die Playlist meines MP3-Players immer auf andere Gedanken bringt und mein persönlicher und ultimativer Stimmungsumschalter ist. Auf alle Fälle bin ich ich gut gelaunt eingeschlafen, mit der Gewissheit, dass ein fester Glaube Berge versetzt und dass Bloggen genau mein Ding ist!

4 Kommentare

  • Cathrin

    Liebe Heike,
    ja unbedingt!!! Mir doch egal, ob bloggen auf dem absteigenden Ast ist. Aber es würde mir wirklich etwas fehlen, wenn ich hier keine neuen Beiträge mehr finden könnte. Mal dies, mal das, schön viel zu lesen und abwechslungsreich. Perfekt, um sich mit einer Tasse Kaffee die Zeit zu vertreiben. Mach bitte weiter so.
    Liebe Grüße
    Cathrin

    • Heike Ermel

      Ganz herzlichen Dank, liebe Cathrin! Das ist sehr schön zu lesen, so stelle ich mir das vor… Bei einer Tasse Kaffee schauen, was es Neues bei mir gibt. Und dass ich mit meiner Mischung auf dem richtigen Weg bin.
      Liebste Grüße, Heike

  • Marion Mayer-Hohdahl

    Unbedingt weitermachen. Ich liebe Deine laessige Art, Worte zu finden, sie unverbluemt preiszugeben – zu veroeffentlichen. Blogger haben es in Europa nicht so leicht, wie in Englisch sprachigen Laendern. Vielleicht ist es auch unsere Art, -wenigstens bei Aelteren-, sich nicht mehr als noetig vor dem Computer aufzuhalten. Aber ich lese Deine letzten Artikel mit einem Bubbly, nach dem ich gekocht habe und denke, Mist, haette ich doch vorher Dein Mangold Auflauf Rezept gelesen…..

    • Heike Ermel

      Natürlich mache ich weiter! Ich liebe das Schreiben und Bloggen und es ist eine spannende Reise! Ich bin ein wenig ungeduldig und auch eine kleine Drama-Queen – ‚typisch Heike‘ eben… Aber ich bin stolz, dass ich mit meinen Herausforderungen wachse und meinen eigenen Weg gehe. Umso mehr freue ich mich, wenn ich dann Kommentare wie Deine lese! Lieben Dank!!!!

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