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Schwarzwälder Kirsch? Nicht wirklich, schon ein wenig, aber viel, viel besser!

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Oh my god… Den allerherzlichsten Dank an meinen Hund, dass ich so oft mit ihm Gassi gehen darf, wodurch ich ausreichend Bewegung habe und mir ein Stück Kuchen nichts anhaben kann. Zumal ich ja von Natur aus und instinktiv am liebsten Gesundes mag, gerade Sahnetorten sind so gar nicht mein Ding… Aber diese Torte schlägt alles, es ist die beste der ganzen Welt, um es auf den Punkt zu bringen! Das hat nichts mit Suchmaschinenoptimierung zu tun, das ist einfach so!
Und dieses Mal setzt es all meine Maxime außer Kraft. Sie ist weder auf die Schnelle fertig, noch ganz einfach in der Herstellung. Kalorienfreundlich ist sie auch nicht – fast würde ich sagen, dass mehr Kalorien in einem Stück Kuchen nicht möglich sind. Sahne, Schokolade, Zucker, Nüsse – doppelt und dreifach…

Das Originalrezept stammt von Jamie Oliver, mein über alles geliebter Koch- und Backguru. Kein Profi hat für mich mehr Leidenschaft und Know-How als er. Bei ihm ist jedes Rezept etwas ganz Besonderes und immer anders als man etwas kennt…
Bezeichnenderweise hat er sich in seinem Kochbuch „Wohlfühlküche“ den deutschen Klassiker „Schwarzwälder Kirschtorte“ vorgenommen und ihn wesentlich optimiert. Denn was ist denn schon so besonders an Schokobiskuit, Sahne und angedickten Kirschen? Ganz oft wird der Tortenboden bereits fertig dreigeteilt gekauft, der Rest ist dann schnell gemacht. Mein Fall war die Schwarzwälder Kirschtorte nicht, ich habe sie meinem Mann zu liebe ab und an mal gemacht. Unglaublich, was Jamie Oliver daraus gemacht hat! Auf diese großartigen Ideen muss man erst mal kommen… Und ich habe auch noch mal ein paar Änderungen vorgenommen, so dass sie mit dem Original kaum noch etwas gemeinsam hat…
Statt Kirschschnaps verwende ich Amaretto. Die Haselnüsse röste ich nicht nur, sondern karamellisiere sie zusätzlich, so dass die Torte Crisp bekommt. Er verwendet Brausezucker, das ist mir etwas zu abenteuerlich und lasse ich weg… Mit Mandellikör statt Schnaps ist es keine Schwarzwälder Kirschtorte mehr. Aber „Amaretto-Kirschtorte“ spricht wahrscheinlich nicht so an, wird wahrscheinlich niemals gegoogelt und ich will ja schließlich gefunden werden… Was Besseres ist mir aber noch nicht eingefallen…

Wenn ihr für Weihnachten oder Silvester auf der Suche nach einem ganz besonderen Rezept seid, dann empfehle ich auf alle Fälle dieses!!!!!

Rezept

(für 12 Stücke)

Teig

  • 185 g Butter
  • 150 g qualitativ hochwertige Zartbitterschokolade (70% Kakaoanteil)
  • 125 ml fettarme Milch (1,5%)
  • 175 g Dinkelmehl (Typ 630)
  • 1 1/2 TL Weinsteinbackpulver
  • 200 g feiner Rohrohrzucker
  • 150 g brauner Zucker
  • 1 EL Kakaopulver
  • 3 Eier
  • 75 ml Buttermilch

Füllung

  • 700 ml Sahne
  • 50 ml Amaretto, plus ein paar Spritzer für die Böden
  • 1 EL flüssiger Honig
  • 100 g dunkle Schokolade
  • 100 g gehobelte Haselnüsse
  • 1 Glas Schattenmorellen
  • 30 g Speisestärke

Tortenboden

Den Backofen auf 150 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Die Schokolade in Stücke brechen und mit Butter, Milch und einer Prise Meersalz in einen kleinen Topf geben. Bei schwacher Hitze schmelzen, nicht zum Kochen bringen (!) und immer mit dem Schneebesen rühren, damit sich nichts am Boden festsetzt! Abkühlen lassen.
Mehl in einer großen Rührschüssel mit dem Backpulver, Zucker und Kakao mischen. Die Eier nacheinander mit dem Schneebesen der Küchenmaschine darunter schlagen. Die Buttermilch unter die Schokomischung rühren und unter die Eimischung ziehen. Die Masse in eine gefettete Springform (23 cm Durchmesser) geben und etwa 1 Stunde backen. Wenn beim Testen noch Teig am Spieß kleben bleibt, den Kuchen bei abgeschalteter Temperatur (ansonsten wird er zu dunkel) und geschlossener Tür noch 5 Minuten ruhen lassen. 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, zum Auskühlen auf ein Gitter setzen.

Ganache

Für die Ganache 200 ml Sahne, 25 ml Amaretto und den Honig in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze zum Köcheln bringen. Die Schokolade in Stücke brechen und mit einem Schneebesen in die Sahnemischung rühren, bis die Masse glatt ist und glänzt. Komplett abkühlen lassen.

Haselnüsse karamellisieren

Die Haselnüsse in einer Pfanne bei mittlerer Hitze mit zwei gehäuften Esslöffeln Rohrohrzucker karamellisieren. Wenn der Geruch an gebrannte Mandeln auf der Kirmes erinnert, dann ist das Ergebnis im wahrsten Sinne des Wortes goldrichtig.

Kirschen andicken

Die Sauerkirschen in einem Sieb abtropfen lassen, die Flüssigkeit auffangen und 250 ml abmessen. Die Speisestärke in einer Tasse mit einigen Esslöffeln Saft glatt rühren, den Rest und weitere 25 ml Amaretto in einem großen Topf erhitzen. Die Speisestärke dazu geben und unter ständigem Rühren kurz aufkochen. Die Kirschen untermischen und kalt stellen.

Mein Tipp: All diese Schritte (Tortenboden backen, Ganache herstellen, Nüsse karamellisieren und Kirschen andicken) bereite ich bereits einen Tag vorher vor. Damit ist gewährleistet, dass alle Komponenten komplett ausgekühlt sind! Wichtig, wenn Sahne im Spiel ist, damit sie auch ohne Sahnesteif schön stabil bleibt… Den Boden in einer Folie aufbewahren, damit er soft bleibt.
Am nächsten Tag muss man dann nur noch die Sahne rühren und die Torte „zusammenbauen“.

Torte fertigstellen

Den Boden horizontal einmal durchschneiden. Beide Böden noch mit ein paar Spritzern Amaretto benetzen. Auf dem unteren Boden die Sauerkirschen verteilen. Mindestens zwei Zentimeter Platz zum Rand lassen, dass die Kirschen nicht überlaufen. Die Ganache und ein Drittel der steif geschlagenen Sahne darauf streichen, eine Handvoll Haselnüsse darüber streuen und den Deckel aufsetzen.


Ich bin ein Verzierungs-Legastheniker, daher spielt mir diese Lösung optimal in die Karten: Die restliche Sahne wird mit einer Spritztülle in Tupfen aufgespritzt, die Seiten dabei aussparen. Ich finde das sehr appetitlich, wenn die Komponenten etwas auslaufen. Schließlich noch die übrigen Nüsse darüber streuen und fertig ist der Traum von Torte!

Die karamellisierten Haselnüsse passen auch perfekt zu einer Kugel Schokoladeneis mit einem Schuss Amaretto – ein herrliches Dessert!

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