Food

Fingerfood – Unkompliziertes Party-Essen für viele Gelegenheiten

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Ich habe eine Woche lang nichts Neues gepostet… Es hat mir richtig gefehlt, das Schreiben und Bloggen… Kein Urlaub, keine Auszeit… Wovon auch? Wenn etwas so viel Freude bereitet und langsam auch Früchte trägt, weil die Klickzahlen auf meinen Blog immer besser werden und sehr motivierend sind! Ganz lieben Dank an alle!!!

Der Grund für meine Abstinenz: Ich war jetzt eine ganze Woche leidenschaftlich damit beschäftigt, für eine besondere Geburtstagsfeier von Freunden ein Fingerfood-Buffet vorzubereiten. Ich hatte das irgendwann mal frohen Mutes angeboten, da ich es gewohnt bin, für Feierlichkeiten zu planen und liebend gerne in der Küche stehe und experimentiere. Für kleine private Kreise mit höchstens 10 Personen… Jetzt waren es 70!!! Da mir bisher noch nie etwas wirklich misslungen ist und ich in welcher Hinsicht auch immer, mir zu helfen weiß, hatte ich eine gewisses Vertrauen und die entsprechende Gelassenheit, das Projekt zu meistern.

Als Fazit schicke ich vorweg: Es gab keine unvorhergesehenen Zwischenfälle! Am Tag der Feierlichkeiten hatte ich schließlich noch Hilfe von meiner lieben Freundin Bärbel, die Catering-Expertin ist, und mir beim „Zusammenbauen“, Anrichten und Ausliefern geholfen hat. Ganz herzlichen Dank, meine Liebe!!!

Die Resonanz war durchgehend erfreulich, ich selbst war nicht ganz zufrieden… Was aber nicht an meinen mangelnden Fähigkeiten lag, sondern weil man es alleine oder zu zweit nicht schaffen kann, perfektes Essen für so viele, wenn auch nur Fingerfood, zu servieren!
Es ist ja oft schon ein Problem bei einem Essen für zwei Personen, dass das Gemüse, der Fisch und die Kartoffeln auf den Punkt sind. In der Sternegastronomie gibt es für jede Komponente mindestens einen Experten… Vor vielen Jahren war ich auf einer sehr schönen PR-Veranstaltung einer französischen Kosmetikmarke eingeladen, wo Alfons Schubeck das Catering ausgerichtet hatte. Es war perfekt, allerdings schwirrte auch eine Armee emsigen Personals herum…
Crostinis oder Blätterteig-Pastetchen, die vier Stunden vorher angerichtet wurden, sind beim Hineinbeissen nicht mehr knusprig… Oder die Hamburger oder Bagels schmecken lauwarm aus dem Ofen einfach besser…

Übrigens: Ich habe drei Tage vorher die Hamburger-Brötchen und Bagels gebacken und sie am Tag der Feierlichkeiten einfach noch mal kurz aufgebacken. Das Rezept für die Hamburger poste ich übrigens heute nicht, weil ich als überzeugter Vegetarier keine Fleischrezepte auf meinem Blog mag. Ich überlege mir einen anderen Belag als Frikadellen und hole das zu einem anderen Zeitpunkt nach, denn die Brötchen machen sich schon gut und sind auch mal was anderes…
Die Aufstriche habe ich am Abend vorher gemixt und den Salat geputzt.
In der Früh habe ich die Deko vorbereitet: Gemüse und Obst in Form gebracht, Teller und Platten bereitgestellt. Zu zweit haben wir dann fünf Stunden gebraucht, um alle Häppchen fertig zu stellen!

Fingerfood-Rezepte

Fingerfood ist eine feine Sache! Es passt zu so vielen Gelegenheiten – Geburtstag, Fasching, Silvester, einfach nur so als Snack… Wenn es nicht gerade für so viele Personen ist, ist der zeitliche Aufwand auch nicht so groß. Man kann Fingerfood gut vorbereiten und hat, wenn alles mal auf dem Tisch steht, genügend Zeit für seine Gäste!

Es wird keine ultimative Anleitung sein, haarklein erklärt… Ich selbst habe tagelang meine vertrauten Kochbücher durchforstet, mir ein paar Deko-Anregungen für die Crostinis bei Pinterest geholt, was ich jedem nur empfehlen kann, und ansonsten meiner Fantasie und meinem Geschmack freien Lauf gelassen.
Schließlich ist es eine Herausforderung, was es gerade saisonal zu kaufen gibt. Um Tomaten kommt man fast nicht herum, weil sie alleine schon farblich was her machen. Ansonsten einfach mal schauen, was die Obst- und Gemüsetheken so zu bieten haben…

Ich hatte sehr viel mehr Ideen gesammelt, als letztendlich realisiert werden konnten. Man kann das zeitlich nicht schaffen, obwohl wir zu zweit waren und ich einen Profi an meiner Seite hatte…

Aber letztendlich war es eine sehr schöne Feier, alle waren zufrieden und keiner hat darauf geachtet, dass die Gemüsewürfel nicht alle die gleiche Form hatten, der Belag nicht gleichmäßig aufgestrichen oder der Bagel nicht mehr ganz kross war!

Für 70 Personen gab es

  • 100 Mini-Hamburger (nicht im Bild, Rezept wird abgewandelt nachgereicht)
  • 100 Mini-Bagels mit Lachs
  • 140 kleine Blätterteig-Pastetchen mit verschiedenen Füllungen
  • 100 Crostinis mit diversen Belägen
  • 100 Fetaspieße mit Sesam-Fenchel-Marinade

Von der Menge her war es nicht zu viel, vielleicht hätte es sogar noch etwas mehr sein können…

Hilfreiche Fingerfood-Tools

Fingerfood-Tools: Spritztülle, Multizerkleinerer, Bambus-Spieße…

Da der Aufwand größer ist, als man denkt, je nachdem wie viele Komponenten man geplant hat, kann man sich mit ein paar hilfreichen Tools das Leben wesentlich erleichtern! Mit einer Spritztülle lassen sich die kleinen Pastetchen problemlos befüllen, ein Multizerkleinerer schneidet Zwiebeln oder Gemüse in gleichmäßig kleine Würfelchen, Bambusspieße fixieren die Deko und dienen als Gabelersatz.

Mini-Bagels mit Frischkäse und Lachs

Mini-Bagels

Rezept

ergibt 20 Stück

Teig:

  • 250 g Dinkelmehl (Typ 1050)
  • 1 TL Salz
  • ca. 160 ml lauwarmes Wasser
  • 1TL Olivenöl
  • 1 TL Trockenhefe
  • 1 Eigelb
  • 1 EL Sesam

Mehl in eine Schüssel füllen und in die Mitte eine Vertiefung drücken. Salz auf den Mehlrand streuen. Das Wasser mit dem Öl in die Vertiefung geben, Hefe drüber streuen. 5 Minuten stehen lassen, dann mit dem Knethaken der Küchenmaschine 10 Minuten kneten, bis der Teig glatt, glänzend und elastisch ist.
Die Teigkugel gut bemehlen, die Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und den Teig mindestens 1 Stunde gehen lassen, bis das Volumen sich ungefähr verdoppelt hat.

Die richtige Konsistenz ist hier sehr wichtig! Nicht zu klebrig, sonst kann man die Bagels nur mühsam formen. Nicht zu fest, sonst sind die Bagels nach dem Backen zu trocken. Der Teig sollte gerade so, während des Knetens, nicht mehr an der Schüssel kleben bleiben.

Bagels mit ausreichend Mehl formen, damit sie nicht kleben bleiben

Mit der Handfläche die Luft aus dem Teig pressen und mehrfach auf dem Tisch aufschlagen, damit später keine Blasen im Teig sind.

Den Ofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
Den Teig in 20 etwa walnussgroße Portionen teilen. Ich nehme meine digitale Küchenwaage zur Hilfe. Damit jeder Bagel gleich groß ist, wiege ich die Gesamtmenge Teig und teile diese durch 20. Das waren ungefähr 20 Gramm pro Stück und auf dem Bild oben sieht man, dass sie wirklich schön gleichmäßig geworden sind.

Das typische Loch in die Mitte drücken

Mit einem bemehlten Finger ein Loch in die Mitte drücken, so dass Ringe entstehen. Das Loch mit dem Finger weiter dehnen.

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, dann Hitze reduzieren und nur noch sieden lassen. Mit einem Schaumlöffel die Bagels in das Wasser geben und so lange kochen lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. das dauert keine 30 Sekunden. Mit dem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Mit Eigelb bestreichen und mit Sesam bestreuen. 10 Minuten goldbraun backen.

Die Bagels können bis zu drei Tage im Voraus gebacken werden. In einem luftdichten Behälter aufbewahren. Man kann sie auch bis zu einem Monat einfrieren.

Füllung

Bagels mit Lachs und Frischkäse
  • 200 g Frischkäse
  • 200 g Räucherlachs
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Die Bagels halbieren und leicht rösten. Die untere Hälfte mit reichlich Frischkäse bestreichen. Mit Lachs belegen, mit Pfeffer bestreuen und der oberen Hälfte belegen. Bei Zimmertemperatur servieren.

Crostinis

Crostinis: in Scheiben geschnittenes, mit Olivenöl bestrichenes und im Ofen geröstetes Baguette

Rezept für Aufstriche

für 1 Baguette ergibt ca. 25 Scheiben

Die Mengenangaben sind etwas schwierig zu benennen.
Ich habe drei Aufstriche am Vortag zubereitet: je eine Frischkäsecreme mit Räucherlachs, Artischocke und Avocado (Guacamole). Mit diesen Cremes kann man später auch die Blätterteig-Pastetchen befüllen oder je nach Geschmack die Lachsbagels verfeinern. Oder die Reste in Schälchen geben und eine Schale mit Tortilla-Chips, Grossinis oder geröstetem Brot dazu stellen…

Damit es sich rentiert, gehe ich jetzt einmal von einer Frischkäse-Dose von je 200 g aus…

Lachscreme

  • 200 g Räucherlachs
  • 200 g Frischkäse
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Räucherlachs mit dem Zitronensaft pürieren und den Frischkäse unterheben. Mit Pfeffer abschmecken.

Artischockencreme

  • 1 Glas Artischocken
  • 200 g Frischkäse
  • 1 Prise Kreuzkümmel
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Artischocken pürieren, Frischkäse unterheben und mit Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer abschmecken.

Avocado-Creme

Guacamole mit Frischkäse verrühren, das macht die Masse etwas fester, so dass sie nicht über die Ränder läuft.

Zusätzlich diverse Zutaten zum Verzieren der Crostinis

zum Beispiel

  • dekorative Käsesorten
  • Shrimps
  • Räucherlachs
  • rote Zwiebeln
  • Cocktailtomaten
  • Oliven
  • Radieschen
  • Kräuter oder schöne kleine, aromatische Blattsalate (zum Beispiel Feldsalat, Portulak, Rucola…)
  • Paprika
  • rosa Pfeffer
  • Feigen
  • Weintrauben…

Baguette in Scheiben schneiden, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit Olivenöl bestreichen. Im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen (Ober- und Unterhitze) etwa 5 Minuten rösten.

Wenn die Menge überschaubar ist, empfehle ich das Rösten in der Pfanne mit Olivenöl. Der Röstvorgang geht schneller, das Brot trocknet weniger aus. Allerdings dauert es bei einer großen Menge zu lange, während man im Backofen mehr auf einmal unterbringt.

Die Crostinis abkühlen lassen. Einen Teil mit den Cremes bestreichen und schön verzieren. Zum Beispiel passen zur Guacamole rote Zwiebeln oder mit Chilliflocken gebackene Shrimps. Zur Artischockencreme passen Oliven oder Feigen, zu den Lachscreme-Häppchen harmonieren Kräuter oder rosa Pfeffer… Die restlichen Crostinis mit Käse belegen…

Mini-Pasteten

Diese habe ich ausnahmsweise nicht selbst gebacken. Es würde keinen Unterschied machen, hier kann man es sich ausnahmsweise einfach machen… Ganz ohne geschmackliche und optische Einbußen! Die größte Herausforderung ist deren Beschaffung! Ich hatte Glück, denn ein Discounter führte sie gerade als Sonderposten. Ansonsten in einem gut sortierten Supermarkt schauen, beim Bäcker ordern oder im Internet bestellen.

Hierfür sind die drei Aufstriche (Lachs, Artischocke und Avocado) bestens geeignet. Jeweils in die Spritztülle füllen und in die Pastetchen drücken. Man kommt so besser in die „Ecken“. Allerdings funktioniert die Spritztülle mit der Artischockencreme nicht so gut, weil die Artischocken-Fasern die Tülle verstopfen. Da hilft ein kleiner Espresso-Löffel, mit dem man die Creme in die Öffnung befördert.

Feta-Spieße mit Sesam-Fenchel-Marinade

ergibt 20 Stück

  • 200 g Feta
  • 2 EL Sesam
  • 1 EL Fenchelsamen
  • abgeriebene Schale von 1 Zitrone
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 EL Olivenöl
  • 4 Stengel Minze
  • schwarzer Pfeffer
  • entkernte Oliven (grün und/oder schwarz)

Sesam und Fenchelsamen in einer Pfanne ohne Öl bei schwacher Hitze etwa 3 Minuten goldbraun rösten. Man riecht, wenn das Ergebnis perfekt ist, es duftet dann ganz wunderbar!!! Abkühlen lassen.
Feta unter kaltem Wasser abspülen und mit Küchenpapier abtrocknen. Eckige Exemplare in 2 cm große Würfel schneiden, runde (diese bekommt man in türkischen Geschäften) einmal horizontal teilen und in entsprechend große Tortenstücke schneiden. Fenchelsamen, Sesam, Zitrone (Schale und Saft), Öl und Pfeffer mischen. Feta von allen Seiten in der Mischung wenden. Abgedeckt für mindestens 4 Stunden in den Kühlschrank stellen und ziehen lassen. Feta mit gehackter Minze bestreuen und erneut wenden. Je eine Olivenhälfte und ein Fetastück auf die Spieße stecken. Gekühlt oder bei Zimmertemperatur servieren.

Feta kann bis zu drei Tagen im Voraus mariniert werden. Dann in einem luftdichten Behälter aufbewahren. Spieße bis zu vier Stunden vorher fertig stellen und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

2 Kommentare

  • Cathrin

    Liebe Heike,
    dein Blog ist einfach großartig. Neulich hatte ich nichts Leckeres zum Essen daheim (nur ein paar Konservendosen irgendwo im Schrank dachte ich) und keine Lust Einkaufen zu gehen – zack zaubert uns dein Ful Rezept ein köstliches Abendessen. Nun wünscht sich eine Freundin, dass wir alle Fingerfood mit zu ihrer Geburtstagsparty bringen – zack lese ich die passenden Rezepte bei dir. Die Bagels habe ich gestern zur Probe gebacken, 500g Teig, 50g pro Stück und sie mit zwei Freundinnen mit leckerem Käse gegessen. Das ergab 16 Stück. Die restlichen Bagels sind heute immer noch weich und frisch und schmeckten zum Frühstück toll mit Mandelmus und Honig.
    Weiter so bitte!
    Viele Grüße Cathrin

    • Heike Ermel

      Meine liebe Cathrin, das freut mich so sehr! Genau so wünsche ich es mir, dass mein Blog beziehungsweise meine Rezepte, vorzüglich schmecken, das Leben erleichtern und schließlich auch funktionieren! Ich habe nämlich ein paar Mal Rezepte meiner Kollegen nachgebacken, war aber nicht so begeistert… Ich veröffentliche nur, was meinen hohen Ansprüchen stand hält und was auch wirklich hält, was es verspricht. In diesem Sinne kannst Du getrost auch last minute und ohne Generalprobe nachbacken oder -kochen!
      Das Ful-Rezept ist zudem authentisch, es stammt von einem gebürtigen Iraker. Ich plane demnächst eine Koch-Session mit einer Thailänderin – mit Original-Rezepten, -Gewürzen und -Techniken… Und dann kommt mich ganz bald eine Brot-Expertin besuchen, da ist Großes geplant :-))))

      Herzlichen Dank für Dein Feedback und für die Info, dass die Bagels auch in Original-Größe gelingen!!!

      Liebe Grüße, Heike

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