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Saftiger Zwetschgendatschi, Zwetschgenkuchen oder Pflaumenkuchen – ganz wie es das Herz begehrt

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Pflaumen beziehungsweise Zwetschgen läuten für mich den Herbst ein. Eine wahre Freude, denn der Ausnahmesommer hat Paul und mich an unsere Grenzen gebracht. Habe den ganzen Sommer lang nicht wirklich Kuchen gebacken. Höchstens mal einen Käsekuchen, der erstens schnell gebacken und zweitens direkt aus dem Kühlschrank recht erfrischend ist.

Jetzt macht mir das Kuchenbacken wieder richtig Spaß und was wäre ein Wochenende ohne selbstgebackenen Kuchen… Ein Stück Kuchen ist für mich gleichzeitig auch ein Stück vom Glück. Und das können wir alle gerade sehr gebrauchen. Gibt es doch nicht viel Erfreuliches, wenn man den Fuß vor die Tür setzt. Außer natürlich, man geht mit seinem Hund Gassi. Ja, das sind meine zwei Säulen des Glücks – meine Liebsten und es sich mit kulinarischen Genüssen gut gehen lassen. Das hat mich durch die letzten beiden Jahre getragen und geerdet, dass es nicht sehr viel mehr im Leben braucht.

Pflaumenkuchen mit knusprigen Streusseln

Es spielt auch immer alles so schön ineinander. Und in der Tat glaube ich an das Gesetz der Anziehung. Dass man Gutes in sein Leben zieht, wenn man unbeschwert ist. Das bin ich, wenn ich mit meinem Paul unterwegs bin. Weil er so fröhlich, unbedarft und frei weg von der Schnauze ist.
So haben wir eine ältere Dame mit ihrem kleinen Hund auf einer unserer Touren kennen- und mittlerweile auch liebengelernt. Paul liebt kleine Hunde und wir herzliche und offene Menschen auf einer Wellenlänge.
Nicht, dass es ausschlaggebend für unsere Sympathie wäre, aber dieses Dame ist leidenschaftliche Gärtnerin und nennt einen wundervollen Garten ihr eigen. Dieser Garten hat uns den ganzen Sommer lang mit herrlichem Obst und Gemüse bedacht. Und zum Abschluss der Saison mit unendlich vielen saftigen Zwetschgen. Den Großteil davon habe ich zu Pflaumenmus verarbeitet. Das ist ein Muss. Weil ich dieses Pflaumenmus brauche, um im Winter meinen Rotkohl damit zu verfeinern. Und natürlich auch, um sich noch etwas Spätsommer-Feeling aufs Brötchen zu holen und es bis zum nächsten Jahr zu bewahren.

Pflaumenkuchen mit Zimt und Zucker


Die restlichen Pflaumen habe ich zu einem traditionellen und original Zwetschgendatschi verarbeitet.

Zwetschge oder Pflaume?

Zwetschge oder Pflaume – was denn nun? Ein- und dasselbe, nur regional anders genannt? Nein, beide Früchte sind zwar botanisch verwandt, doch Zwetschgen sind eine Unterart der Pflaume.
Pflaumen sind rund oder eiförmig und mit einer Kernnaht, die über die ganze Frucht verläuft? Sie gibt es in den Farben blau, rot, gelb bis lila, das Fruchtfleisch ist gelb.
Die Zwetschge hingegen ist deutlich kleiner und in der Form eher länglich bis oval. Farblich variiert sie zwischen dunkelblau bis violett und das Fruchtfleisch ist gelb-grünlich. Manchmal ist sie mit etwas weißem Fruchtwachs bedeckt, das ist ein natürlicher Schutzschild. 

Zwetschge oder Pflaume? Das ist hier die Frage.

So habe ich heute einen Zwetschgenkuchen gebacken. Seine Definition ist relativ unstrittig. Es handelt sich um einen Blechkuchen aus Hefeteig mit entsteinten Früchten. Ob mit oder ohne Streussel, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Weil ich mich oft nicht entscheiden kann, was mir lieber ist, mache ich beide Varianten.
Die Streussel werden besonders knusprig mit gehackten Mandeln. Lässt man sie weg, sorgt eine Zimt-Zucker-Mischung für das gewisse Extra.

Hefegebäck hat den Nachteil, wenn man das überhaupt so sagen kann, dass es frisch aus dem Ofen am besten schmeckt. Insofern empfiehlt es sich, es noch einmal in der Röhre aufzufrischen, wenn die Reste am nächsten Tag gegessen oder eingefroren werden.

Rezept für Zwetgendatschi, Zwetschgenkuchen oder Pflaumenkuchen

Für 12 Stücke

Zutaten:

für den Teig:

  • 30 Gramm Hefe
  • 200 Gramm Rohrohrzucker
  • 1/4 Liter Pflanzenmilch
  • 500 Gramm Dinkelmehl (Typ 630)
  • 80 Gramm Margarine
  • Salz

für den Belag:

  • 2 Kilogramm Zwetschgen
  • 1 Teelöffel Zimt

für die Streussel:

  • 150 Gramm Dinkelmehl (Typ 630)
  • 100 Gramm Margarine
  • 100 Gramm Rohrohrzucker
  • 1 TL Zimt
  • 100 Gramm gehackte Mandeln

Tipp: Zwetschgendatschi mit halb steif geschlagener Pflanzensahne servieren

Zubereitung:

Für den Vorteig die Hefe mit 2 Teelöffel Zucker in 4 Esslöffel lauwarmer Pflanzenmilch auflösen.

Mehl in eine Schüssel geben und in die Mitte eine Vertiefung drücken. Hefemilch hineingeben und mit etwas Mehl verrühren. Die Schüssel abdecken und zum Gehen an einen warmen Ort stellen.

Nach ungefähr 15 Minuten, wenn der Vorteig Blasen gebildet hat, die restliche Milch, die flüssige lauwarme Margarine, eine Prise Salz und 1 Esslöffel Zucker zugeben.

In der Küchenmaschine oder mit den Knethaken des Handrührgerätes den Teig so lange kneten, bis er glatt und elastisch geworden ist. Gegebenenfalls noch etwas Pflanzenmilch zufügen, denn der Teig soll schön weich sein.
Für eine weitere halbe Stunde abgedeckt an einem warmen Ort ruhen lassen, bis der Teig sich etwa verdoppelt hat.

In der Zwischenzeit die Zwetschgen waschen, abtrocknen, halbieren und entsteinen. Die Hälften oben und unten einschneiden, damit sie sich flach auf den Teig auflegen lassen.
Zwetschgen mit 150 Gramm Zucker bestreuen und eine halbe Stunde stehen lassen.

Für die Streussel Mehl, Zucker, Margarine und Zimt in eine Schüssel geben und mit dem Knethaken verarbeiten. Dann die Mandeln dazu geben und den Schneebesen in die Küchenmaschine einsetzen. So zerfällt der Teig zu Streusseln. Falls nicht, vorsichtig noch 1 bis 2 EL Mehl dazugeben.

Den Hefeteig noch einmal gut durchkneten und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausrollen. Die Zwetschgen schuppenförmig dicht an dicht belegen.
Eine Hälfte mit den Steusseln bedecken.

In den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen schieben und etwa 30 Minuten backen, bis die Teigränder goldgelb sind.

Zimt mit dem restlichen Zucker mischen und vorm Servieren die Hälfte ohne Streussel damit bestreuen.

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