Gefüllter Pfannkuchen aus Filoteig mit karamellisierten Zwiebeln
Kochen muss Spaß machen, finde ich. Natürlich bin ich nicht jeden Tag gleich motiviert, aber neben meinen Spaziergängen mit meinem Hund Paul, ist Kochen meine zweite Leidenschaft. Ich freue mich, wenn ich weiß, dass ich später noch in die Küche darf, um unser Essen vorzubereiten. Umso mehr, wenn mir eine neue Idee im Kopf herumspukt. Geheimnisvoll kündige ich meinem Mann an, dass er schon einmal auf eine neue Kreation gespannt sein darf. Die, wenn sie gelingt, genial sein wird oder komplett in die Hose geht, wenn Theorie und Praxis auseinanderklaffen. Kommt vor, dass ich enttäuscht bin. Aber nicht heute, hier und jetzt.

Die Idee war, den Filoteig in der Pfanne zuzubereiten. In etwa wie eine Pfannenpizza, die aber im Backofen fertig gebacken wird, damit sie auch von oben bräunt. Also musste die Füllung komplett vom Teig umgeben sein, damit man den Fladen wenden kann, wenn er von unten fertig ist.
Wie ich den Filoteig schon für das griechische Kultdessert Galaktoboureko verwendet habe, einfach den Griesspudding in die dünnen Teigblätter packen, so bin ich mit dem Pfannkuchen hier verfahren. Ich habe die Pfanne mit ein paar Teigblättern ausgelegt, die Füllung darauf verteilt, weitere Teigblätter als Deckel verwendet, die Seiten eingeschlagen und den Pfannkuchen von beiden Seiten knusprig und goldgelb gebraten.
Das ganze birgt keinen Schwierigkeitsgrad, weil der Fladen, wenn er mal auf der einen Seite gebacken ist, sehr stabil ist und sich gut wenden lässt. Die einzige klitzekleine Herausforderung ist, den idealen Bräunungsgrad zu erwischen. Besser zu früh, als zu spät wenden, denn die Unterseite brennt schnell an.

Bei der Füllung kann man seinen Geschmäckern freien Lauf lassen. Ich habe mich für Frischkäse, Cocktailtomaten, Fetakäse und Spinat entschieden. Ich hatte noch einen Rest Béchamelsauce von einer Moussaka am Vortag, diese habe ich dazu gegeben. Hätte es aber nicht gebraucht. Durch den Frischkäse und den Feta, die beide wunderbar schmelzen, wird es saftig genug. Mit Rucola schmeckt die Füllung intensiver, Wildkräuter würden auch ganz hervorragend passen.
Die geschmackliche Krönung, dass aus einem schnöden Pfannkuchen etwas ganz Besonderes wird, sind karamellisierte Zwiebeln, die beim Umdrehen mitgebacken werden. Sie können auch zur Füllung hinzugefügt werden, bleiben aber natürlich in dieser Variante schön knusprig und machen auch optisch etwas her.
Perfekt, gesund und sehr vitaminreich mit einem bunten Salat als Beilage, idealerweise aus Wildkräutern und Blüten wie Holunder, Rotklee, Spitzwegerich, Lindenblättern. Wie man sie gerade in Hülle und Fülle in der Natur zur freien Verfügung hat.
Filoteig (auch Yufkateig genannt) gibt es leider nicht in allen Supermärkten. Ich habe ihn aus einem kleinen Laden mit ausländischen Spezialitäten. Dort wird er in einem Kühlschrank gelagert. In einer Packung befinden sich 20 große Filoteigblätter, die für mindestens zwei Durchgänge ausreichen. Nimmt man zu viele Blätter, wird der Teig zu fest und zu trocken und zu dick im Vergleich zur Füllung. Ideal sind jeweils 5 Blätter für unten und als Deckel.
Alternativ könnte man Strudelteig verwenden, das habe ich aber noch nicht ausprobiert. Filoteig ist ein sehr dünner, blättriger Teig, der traditionell in der griechischen und türkischen Küche verwendet wird. Er wird aus Mehl, Wasser und Öl hergestellt und bricht leicht.
Strudelteig dagegen ist etwas dicker und elastischer und ist typisch für die deutsche und österreichische Küche. Er wird ebenfalls aus Mehl, Wasser und Öl hergestellt. Durch eine Ruhezeit und mehr Öl ist er allerdings besser dehnbar und reißt nicht so schnell.
Der Filoteig ist tendenziell leichter und knuspriger, während der Strudelteig etwas schwerer und saftiger ist.
Rezept für Gefüllter Pfannkuchen aus Filoteig
Rezept für 2 bis 3 Personen
Zutaten:
- etwa 8 – 10 Blätter Filoteig
- eine Packung Babyspinat
- etwa 20 Cocktailtomaten
- 1 Packung veganer (Kräuter)Frischkäse
- 1 Packung veganer Fetakäse
- 2 Zehen Knoblauch
- 10 Schalotten oder 2 mittelgroße Zwiebeln
- Olivenöl
- 1 EL Rohrohrzucker
- Salz
- frisch gemahlener, schwarzer Pfeffer
- optional Crispy-Chilli-Öl

Zubereitung:
Zwiebeln schälen, in Schnitze schneiden und in einer Pfanne in Olivenöl glasig dünsten. Mit Zucker karamellisieren. Zur Seite stellen.
Spinat waschen. Cocktailtomaten halbieren. Knoblauch pressen und mit dem Frischkäse vermischen. Fetakäse in Würfel schneiden.
Olivenöl in eine große Pfanne geben und mit 4 bis 5 Blättern Filoteig auslegen. Jedes Blatt mit etwas Olivenöl bepinseln, damit es nicht bricht.
Frischkäse gleichmäßig auf dem Boden verteilen. Ebenso den Spinat, die Cocktailtomaten und den Fetakäse. Mit (Kräuter)Salz, Pfeffer und falls vorhanden etwas Crispy-Chilli-Öl würzen. Mit den restlichen Teigblättern (jeweils mit Olivenöl bestrichen) bedecken und die Ränder nach oben einschlagen. Die karamellisierten Zwiebel auf dem Deckel verteilen.
Bei mittlerer Hitze etwa 7 Minuten backen. Mit einem Pfannenwender vorsichtig seitlich anheben und den Bräunungsgrad prüfen. Ist die Unterseite perfekt gebacken, den Pfannkuchen auf einen Deckel oder ausreichend großen Teller stürzen und zurück in die Pfanne gleiten lassen, damit auch die Oberseite knusprig bäckt. Benötigt etwas weniger Zeit als die Oberseite, etwa 5 Minuten.
Den kross gebratenen Filoteig-Pfannkuchen auf eine Platte stürzen und mit einem bunten Salat servieren.
Schmeckt auch kalt.
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