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Herzhafter Zwiebelkuchen mit Mürbeteig

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Zwiebelkuchen weckt bei mir schöne Erinnerungen. An die liebevoll organisierten Weinfeste in kleinen, pittoresken Dörfern in meiner Heimat, in Rheinland Pfalz. Nach der Weinlese und wenn es den ersten neuen Wein, den Federweißer, gab. Dann wurden die Sträßchen und Hinterhöfe aufgehübscht und für Gäste von nah und fern geöffnet. Kein Fest ohne typische Spezialitäten wie zum Beispiel Zwiebelkuchen. Der so perfekt zu der leichten Süße des prickelnden Weins passte.

Wie so oft habe ich mich auch um dieses Rezept lange herumgewunden, weil ich dachte, dass Zwiebelkuchen ohne Ei nicht funktionieren kann. Seit ich allerdings eine Quiche Lorraine erfolgreich in die tierleidfreie Variante verwandelt habe, weiß ich, was der Seidentofu für eine Allzweckwaffe ist. Es lohnt sich wirklich, seine Vorurteile gegenüber Tofu gänzlich über Bord zu werfen.

Wie der Naturtofu wird auch Seidentofu aus eingedickter Sojamilch hergestellt, die zu festen, weißen Blöcken gepresst wird. Seidentofu hat jedoch eine sehr viel weichere Konsistenz und lässt sich leicht zu einem proteinreichen, milchfreien Ersatz für Sahne (sie auch meine Mousse au chocolat) verarbeiten . Durch das Pürieren mit Sojamilch erhält er eine glatte Textur und es entstehen keine Klümpchen mehr.
Durch den hohen Gehalt an Wasser hat er im Vergleich zum Naturtofu weniger Kalorien, liefert aber viel gesundes Eiweiß.

Zwiebelkuchen: Seidentofu sorgt für die perfekte Konsistenz der Zwiebelmasse

Was auch immer chemisch passiert, Seidentofu macht aufgeschlagen Speisen cremig oder sorgt vermischt mit Gemüse oder Früchten und gebacken eine angenehm (schnitt)feste Konsistenz. Dabei drängt er sich geschmacklich nicht in den Vordergund.

Einfacher Zwiebelkuchen mit Mürbeteig

Dieses Rezept reicht sehr nah an das Original heran und macht glücklich, wenn man beim Essen in so schönen Erinnerungen schwelgen kann.
Dabei ist die Zusammensetzung sehr einfach. Die Basis bildet ein zarter Mürbeteig aus Mehl, Salz und Margarine. Nachdem die Zwiebeln leicht angeröstet wurden, werden sie mit dem aufgeschlagenen Tofu vermischt und fein mit Meersalz, schwarzem Pfeffer und reichlich Muskatnuss abgeschmeckt.
Das Anrösten der Zwiebeln ist in diesem Fall wichtig, erfordert etwas Geduld und die Anwesenheit am Herd. Es braucht das leichte Röstaroma, um perfekt zu schmecken. Letztlich sieht der Zwiebelkuchen so leicht gebräunt natürlich auch sehr viel besser aus.
Ich empfehle einen saisonalen Salat dazu, zum Beispiel einen zarten Endiviensalat mit Orangenfilets und Walnüssen.

Rezept für Herzhafter Zwiebelkuchen mit Mürbeteig

ZUTATEN

Für den Teig:

  • 300 Gramm Dinkelmehl (Typ 630)
  • 1 TL Salz
  • 180 Gramm kalte Magarine

Für den Belag:

  • 6 mittelgroße Zwiebeln (etwa 500 Gramm)
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 1 Packung Seidentofu (400 Gramm)
  • Meersalz
  • schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • Muskatnuss, frisch gemahlen

ZUBEREITUNG

Für den Mürbeteig zuerst Mehl mit Salz mischen, dann die Margarine in Flocken untermischen und schnell zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Gegebenenfalls noch etwas kaltes Wasser dazugeben, falls der Teig zu fest ist. Zugedeckt eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

In der Zwischenzeit die Zwiebeln in feine Scheiben hobeln.
Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln dazugeben und bei mittlerer Hitze dünsten und leicht anrösten. Vom Herd nehmen.
Seidentofu mit einem Rührgerät oder Schneebesen aufschlagen und unter die Zwiebelnmasse heben. Gut mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen (Ober- und Unterhitze).

Eine Quiche- oder Kuchenform gut fetten. Den Mürbeteig so groß ausrollen, dass ein Rand entsteht und in die Form drücken.
Die Zwiebeln darauf verteilen und für etwa 40 Minuten in den Backofen schieben. Gegebenfalls noch etwas Zeit zugeben, bis der Teig und die Zwiebeln goldgelb sind.

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