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Crêpe Suzette – DER französische Dessert-Klassiker

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Es gab Zeiten, da konnte ich an keinem Crêpe-Stand vorbeigehen. Ich war süchtig nach dieser französischen Süßspeise. Obwohl, das weiß ich jetzt, dieser dünne und blasse Pfannkuchen nach nichts geschmeckt hat. Darüber haben dann die berühmte Nuss-Nugat-Creme oder Apfelmus ein wenig hinweggetäuscht.

Tatsächlich habe ich seit sechs Jahren, seit ich vegan lebe, nicht einen einzigen Crêpe mehr gegessen. Denn im Originalrezept werden Mehl, Zucker, Eier, Butter und Milch verarbeitet.
Ich wiederhole mich, aber Eier sind eine Zutat, die es so gar nicht braucht. Die man teilweise nicht einmal ersetzen muss, man lässt sie einfach weg. Das habe ich schon bei meinen Pfannkuchen gemerkt, die durch die Zugabe von Backpulver und Mineralwasser mindestens genauso herrlich luftig und fluffig werden.

Gelingsichere Crêpes ohne Butter, Milch und Eier

Bei einem Crêpe geht es darum, dass der Teig schön flüssig ist, damit er auf dem heißen Pfannenboden schnell zum Rand hin zerfließt. Dünn und fluffig sollte er sein, dann haben wir den perfekten Crêpe geschaffen. Das gelingt in diesem veganen Rezept durch proteinreiche Sojamilch und das vorsichtige Unterrühren von Mineralwasser.

Nach hunderten von Crêpes, die ich in meinem Leben wahrscheinlich schon gegessen habe, und nach sechs Jahren Verzicht, ist es mir gestern beim Experimentieren wie Schuppen von den Augen gefallen. Dass Crêpes mir leicht gebräunt sehr viel besser schmecken. Sie sind dann nicht mehr so zäh und teigig, sondern etwas fester und aromatischer. Das bleibt natürlich jedem selbst überlassen.
Ist vielleicht an dieser Stelle nicht der beste Vergleich, aber Königsberger Klopse sind knusprig gebraten auch sehr viel besser als gekocht. Wir dürfen da einfach kreativer sein und nicht so sehr an den Rezepten kleben.

Crêpe Suzette – mit Orangenlikör flambierte Pfannkuchen

So bin ich auch in weiteren Schritten von der herkömmlichen Zubereitung abgewichen, um eine sehr eigene Version von Crêpes Suzettes hier vorzustellen.
Normalerweise werden die fertigen Pfannkuchen in der Orangensauce getränkt und anschließend mit Orangenlikör flambiert. Ich dagegen backe zuerst eine Seite goldgelb, wende den Crêpe, verteile, während er auf der anderen Seite brät, bereits die eingekochte Orangensauce großzügig auf der Oberseite. Die Sauce darf ruhig zu den Seiten hin auslaufen, denn das karamellisiert so schön und das Ergebnis wird wunderbar saftig. Dann falte ich ihn zweimal in der Hälfte, übergieße ihn mit Orangenlikör und flambiere. Dabei bleibt die Pfanne die ganze Zeit auf der Herdplatte. Es bildet sich eine herrliche Kruste. Wir alle wissen, wie wichtig Röstaromen sind, sie schaden also auch hier nicht.

Crêpe Suzette mit einem Maximum an Orangen-Aromen

Ich bin mir sicher, dass man mit diesem Dessert jeden Gast begeistern kann: ein goldgelb gebackener Crêpe, leicht karamellisiert und mit Orangenlikör spektakulär flambiert. Mit Orangensauce, Orangenfilets und gerösteten Mandelblättchen serviert – mehr geht fast nicht. Oder doch? Auch eine Kugel Vanilleeis und ein Klecks Sahne lassen manches Herz höher schlagen.

Diese absolut gelingsicheren Crêpes sind bereits mit einer Schokocreme oder mit Apfelmus gefüllt ein Hochgenuss. Man kann sich also einige Arbeitsschritte sparen.

Rezept für Crêpe Suzette

Ergibt 6 Crêpes

Zutaten:

Für den Teig

  • 200 Gramm Dinkelmehl (Typ 630)
  • 350 ml Sojamilch
  • 120 ml Mineralwasser
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 1 EL Zucker (optional)
  • 1 Prise Salz

Für die Sauce

  • 2 Bio-Orangen (Saft und Schale)
  • 40 Gramm Margarine
  • 2 EL Orangenlikör

Außerdem

  • Orangenlikör zum Flambieren
  • 1 Orange zum Filetieren und Anrichten
  • geröstete Mandelblättchen

Zubereitung:

Für die Crêpes Mehl, Zucker (kann auch weggelassen werden) und Salz mischen. Dann die Sojamilch und das Öl mit einem Schneebesen unter- und glattrühren. Schließlich vorsichtig das Mineralwasser dazugeben – nur rühren, nicht schlagen.
Für 20 Minuten quellen lassen.

In der Zwischenzeit zwei Orangen mit heißem Wasser gründlich abwaschen und trocknen. Die Schale mit einer feinen Reibe abreiben, die Hälften auspressen.
Den Saft, eventuell das in der Presse verbliebene Fruchtfleisch und die Schale in einem kleinen Kochtopf etwa 5 Minuten einkochen, bis der Saft etwas dickflüssiger geworden ist. Margarine darin schmelzen und glattrühren, Oranangenlikör dazugeben.

Mandelblättchen rösten, die verbliebene Orange filetieren.

Eine beschichtete (Crêpe)Pfanne erhitzen und mit einem Papiertuch mit Öl einreiben. Den Teig mit einer Suppenkelle mittig in die heiße Pfanne geben. Den Teig zügig in alle Richtungen bewegen, damit der Pfannenboden gleichmäßig bedeckt ist.
Bei mittlerer Hitze etwa 1 Minute backen, bis die Ränder trocknen und sich langsam kräuseln. Am besten mit einem Pfannenwender nachsehen, ob die Unterseite schon leicht gebräunt ist.
Crêpe wenden, mit etwa 3 Esslöffel der Orangsauce bestreichen. Sie darf ruhig über den Rand in die Pfanne laufen. Den Crêpe zweimal in der Mitte falten. Mit reichlich Orangenlikör beträufeln und mit einem langen Streichholz anzünden.

Mit Mandelblättchen, der restlichen Orangensauce und Orangenfilets garnieren und servieren.

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