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Italienischer Zitronenkuchen oder ein Stück vom Glück

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„Das ist der beste Zitronenkuchen, den ich jemals gegessen habe“, so das unmissverständliche Urteil meines Mannes. Und das will was heißen. Zu vegaterischen Zeiten hatte ich einen nach einem Rezept von Lea Linster gebacken, der war schon recht gut.

Ich melde mich nach einer kleinen schöpferischen Pause zurück. Mit einem Rezept, das es verdient hat, an das letzte anzuschließen – eine Tomatensauce aus viererlei Tomaten, wie ich sie besser noch nie gegessen habe und auch seither nicht mehr anders mache. Ob als reine Tomatensauce, als Pizzabelag, als all’arrabbiata, zur Lasagne oder was auch immer. Wenn Tomatensauce gefragt ist, dann wird es ab jetzt nur noch diese sein.
Es ist wie bei den Musik-Produzenten. Es ist schwierig einen Nummer 1 – Hit nach dem anderen zu landen. Nun muss ich nicht mit der ganzen Welt konkurrieren, aber mit meinem persönlichen Anspruch und da liegt die Messlatte sehr hoch. Ich möchte nicht enttäuschen. Mich nicht. Und auch diejenigen nicht, die meine Rezepte mögen. Alle sollen sich sicher fühlen, dass man bei mir gut aufgehoben ist.

Torta di limone – Zitronenkuchen auf die italienische Art

Schauplatz Italien, meinem Lieblingsland, wo wir gerade unseren Urlaub verbracht haben. Angefangen hat alles damit, dass uns das Wasser im Mund zusammen gelaufen ist, wenn wir an den Auslagen der Bäckereien und Straßencafés vorbeiflanierten. Wunderschöne, außergewöhnliche, appetitmachende und ansprechende Kuchen, Torten und kleine Teilchen. Alles nichts für uns. Auf die Nachfrage, ob etwas rein pflanzliches dabei sei, schüttelten die Verkäufer enttäuscht, weil sie uns nicht helfen konnten, den Kopf. So habe ich meinem Mann versprochen, selbst für unser nachmittägliches Highlight zu sorgen.


Die Idee für einen Zitronenkuchen lieferte mein Mann, für den Rest trug ich Sorge. Anderes Mehl, keine gemahlenen Nüsse, kein Rohrohrzucker, kein Apfelmus. Keinen Messbecher, keine Waage im Ferienhaus. Aber eine Guglhupfform in der hinteren Ecke des Küchenschrankes. Schließlich einen Multizerkleinerer, den ich im Urlaub immer im Gepäck habe, weil ich für den empfindlichen Magen unseres Hundes alles pürieren muss.

Als der Zitronenkuchen schließlich im Backofen seiner finalen Entwicklung zugeführt wurde, war ich auf alles vorbereitet. Drei Möglichkeiten – von Katastrophe, über ’na ja, kann man essen‘, bis sensationell. Für mich war das spannend wie ein Krimi und ich war froh, dass ich mich mit dem Spülen der vielen Töpfe Schüsseln, Schälchen, Reiben und Löffeln ablenken konnte. Derweil strömten recht angenehme Aromen aus der Küche durchs ganze Haus und langsam glaubte ich, die tendenziell eher zum Pessimismus neigt, an ein Happy End.

Original italienischer Rührkuchen mit allem von der Zitrone und Olivenöl

Von diesem Tag an, waren unsere Nachmittage gerettet. Zum original italienischen Espresso gab es fortan ein „Stück vom Glück“, ein Geschmackserlebnis, das uns auch zurück in Deutschland in unseren Urlaub zurückversetzt.
Mehr Italien geht nicht. Amalfi-Zitronen, schön wie ein Gemälde frisch vom Markt, Olivenöl und Zitronensirup verleihen diesem saftigen Rührkuchen sein besonderes Aroma und eine sehr einzigartige Konsistenz. Das perfekte Maximum an natürlichem Zitronengeschmack gepaart mit einer ganz eigenen Konsistenz (nicht zu locker, nicht zu schwer).

Da man zuhause mit Messbecher, Waage und – wenn es schnell gehen soll – mit einem fertigen Apfelmus und bereits gemahlenen Nüssen ausgestattet ist, steht dieses italienische Wunderwerk innerhalb einer Viertelstunde im Backofen.
Statt eines Gusses wird der Zitronenkuchen noch warm mit einem selbstgemachten Sirup übergossen. Man kann ihn weglassen, wenn man auf seinen Zuckerkonsum bedacht ist, reduziert damit aber erheblich das Gesamtergebnis – sowohl auf den Geschmack als auch auf die Konsistenz bezogen.

Ich verspreche nicht zu viel, wenn ich schreibe, dass dieser Kuchen die Reise nach Italien zwar nicht ersetzt. Er aber erheblich das Visualisieren erleichtert, wenn man beim Genuss kurz die Augen schließt. Für wunderbare Augenblicke befindet man sich inmitten eines Olivenheins auf einer Terrasse mit Blick auf eine toskanische Hügellandschaft, genau dort habe ich den Zitronenkuchen im einzigartigen Abendlicht kurz vor Sonnenuntergang fotografiert.

Rezept für Italienischer Zitronenkuchen

Zutaten:

Für den Teig

  • 200 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 100 g geschälte Mandeln
  • 1 Prise Salz
  • 2 große oder 3 mittlere Biozitronen
  • 200 g Vollrohrzucker
  • 3 EL Apfelmus
  • 220 g pflanzlicher Joghurt (Vanille oder Natur)
  • 150 ml Olivenöl

  • 100 g Vollrohrzucker
  • 40 ml Zitronensaft

Zubereitung:

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Die Schale der Zitronen abreiben, den Zitronensaft pressen. Mandeln, Zucker und 3/4 der Zitronenschale zusammen in einen Multizerkleinerer geben. Die Mandeln werden dadurch nicht ganz so fein, wie man sie fertig gemahlen kaufen kann. Der Zucker, damit er sich beim Backen besser mit den restlichen Zutaten verbindet, sollte dagegen sehr fein gemahlen sein. Kann man auch getrennt in der Kaffeemühle machen.

Das Mehl mit dem Backpulver und dem Salz mischen. Die Mandeln, den Zucker und die Zitronenschale gleichmäßig unterrühren. Nun die flüssigen Zutaten – Joghurt, Apfelmus, 50 ml Zitronensaft und Olivenöl mit einem Löffel dazugeben und kurz glattrühren.

Den Teig in eine gut gefettete Guglhupfform, mittlere Spring- oder Kastenform füllen und etwa 40 Minuten backen. Eine Stäbchenprobe machen, notfalls ein paar Minuten nachgeben. Die Oberfläche sollte goldgelb sein.

Während der Kuchen im Backofen steht, den Zitronensirup vorbereiten.
Dafür 200 ml Wasser zusammen mit dem Zucker, Zitronensaft und der restlichen Zitronenschale in einem kleinen Kochtopf verrühren und aufkochen lassen. So lange köchelnd reduzieren, bis die Flüssigkeit die Konsistenz von Sirup hat. Das dauert knapp 10 Minuten.

Den Sirup etwas abkühlen lassen.
Den Kuchen aus dem Backofen nehmen, noch für 5 Minuten in der Form lassen, dann lässt er sich besser auf einen Teller stürzen.
Mit einem Spieß gleichmäßig Löcher in den Kuchen stechen und den Sirup darüber verteilen.

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