Knusprige Blätterteig-Pizza mit Frühlingsgemüse

Nicht wirklich ein Rezept, an dem ich lange basteln musste. Aber gut zu wissen, dass man, wenn der Hunger ruft, schnell was Feines zaubern kann.
Schnell im Sinne von „schnell vorbereitet und in den Ofen geschoben“. Im Ofen verweilt das gute Stück dann doch etwas länger, weil zuerst der Gemüsemix gart, in der zweiten Hälfte dann der Blätterteig dazu kommt. In der Zwischenzeit ist dann ein Salat geschnippelt und die Küche wieder auf Vordermann gebracht.

Auf Pinterest wurde unlängst mein Käsekuchen moniert. Das sei gar kein richtiger Kuchen, weil ich ihn mit Blätterteig und nicht mit einem Mürbeteig gebacken habe. Nun ja, auch hier ist es von Vorteil, dass man schnell einen Kuchen im Ofen hat.

Schnelle Blätterteig-Pizza: zuerst wird das Gemüse gegart, dann mit Blätterteig bedeckt

Ich persönlich mag Blätterteig sehr gerne, er ist mir oft viel lieber als ein schwerer und massiver Teig. Außerdem ist er knusprig. Hier noch mehr, weil er über dem vorgegarten Gemüse verteilt und goldgelb gebacken wird. Danach wird die Pizza gestürzt und mit zarten Salatblättern und Balsamico-Essenz garniert.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Na klar, ist es nicht im herkömmlichen Sinn eine Pizza. Aber so gut, dass sich die Blätterteig-Variante sehen lassen kann.
Für mich ein weiterer Vorteil, dass die Küche hinterher nicht wie ein Schlachtfeld aussieht. Denn die Pizza mit Hefeteig backe ich auf einem heißen Stein. Da muss die Pizza von einem bemehlten Brett auf den Stein rutschen. Hinterher sieht meine Küche wie eine Backstube aus.
Da fällt mir gerade ein, dass es auch eine Pfannenpizza auf meinem Blog gibt. Aber Hefeteig braucht eben immer seine Zeit und Vorbereitung…

Schnelle Blätterteig-Pizza mit Rucola und Balsamico-Essenz

In jedem Fall hat man mit dieser Blätterteig-Pizza schnell eine kleine Leckerei gezaubert. Als Zutaten und Gemüse eignet sich alles, was der Kühlschrank hergibt.
Ich mag es eher minimalistisch. Champignons, Frühlingszwiebeln, Tomaten und Rucolablätter waren hier die Hauptdarsteller. Besonders fein wird es mit ein paar Spritzern Balsamico-Essenz vor dem Anrichten.

Rezept für Knusprige Pfannenpizza mit Frühlingsgemüse

Für 2 Personen

Zutaten:

  • 1 Packung Blätterteig
  • Frühlingszwiebeln
  • (Dosen)Tomaten
  • Champignons
  • Rucola
  • Oregano, gerebelt
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl
  • Balsamico-Essenz

Zubereitung:

Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Frühlingszwiebeln, Tomaten, Champignons in die gewünschte Form bringen. In einer ofenfesten Form verteilen. Mit Salz, Pfeffer und Oregano würzen. Mit einem guten Schuss Olivenöl mischen und für etwa 15 Minuten im Backofen vorgaren.

Die Ränder der Form mit Olivenöl bestreichen und den Blätterteig über dem Gemüse platzieren. Die Ränder dabei nach innen einklappen.
Weitere 25 bis 30 Minuten backen, bis der Blätterteig goldgelb ist.

Die Blätterteig-Pizza auf eine Platte stürzen, mit Rucolablättern belegen und etwas Balsamico-Essenz darüber verteilen.




Scharfer Glasnudelsalat mit cremiger Erdnusssauce

Schon ewig bin ich auf der Suche nach einem Rezept für einen Glasnudelsalat. Ich hatte einmal ein ganz großartiges aus einer Zeitschrift herausgerissen und sofort nachgemacht. Die Sauce wurde gekocht und in der Pfanne reduziert. Ich werde nie vergessen, wie gut es in der Küche roch und wie köstlich dieser Salat schmeckte. Ich finde das Rezept leider nicht mehr. Geschweige, dass ich noch annähernd wüsste, was die Zutaten waren.

Glasnudelsalat mit Erdnusssauce

Dieses Rezept hier ist anders, trotzdem gut und meine Gelüste nach einem Glasnudelsalat stillend. Etwas deftiger, da er mit einer Erdnusssauce gemischt wird. Er erinnert mich an mein Sommerrollen-Rezept. Nur ohne Reispapier. Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mischen, statt sie in Reispapier zu wickeln. Die Erdnusssauce, die als Dip gereicht wird, ist das Dressing. So einfach kann das Leben sein.

Zutaten für den Glasnudelsalat: Alles, was weg muss, in schmale Streifen geschnitten

Diese Asia-Salat-Variante eignet sich hervorragend zum Resteverwerten. Alles, was sich an Salat und Gemüse im Kühlschrank angesammelt hat und weg muss, passt. Bei mir waren es Karotten, Rotkohl, Paprikaschote und Salatgurke. Gehackte Erdnüsse gehören unbedingt hinein. Das Gemüse in Form bringen, entweder in Streifen hobeln oder raspeln. Alle Zutaten für das Erdnussdressing in einem Mixer cremig pürieren und fertig ist ein kleiner Snack, eine Vorspeise oder Hauptmahlzeit.

Die Erdnusssauce besteht aus verhältnismäßig vielen Zutaten, die es sich aber lohnt anzuschaffen. Weil es diesen Sommerrollensalat ab jetzt bestimmt öfter geben wird und man die einzelnen Komponenten auch für viele andere asiatische Gerichte verwenden kann. Mit dem gerösteten Sesamöl kann man herrlich Gemüse anbraten. Den Reisessig braucht man für den Sushireis. Alternativ zur Sojasauce gibt es eine Würzsauce, die sich ‚Coco Aminos‚ nennt. Sie ähnelt in Konsistenz und Geschmack einer Sojasauce. Kokosblütenzucker wird bei der Herstellung mit Salz fermentiert, weshalb das Ergebnis leicht süßlich und etwas milder schmeckt. Da sie sehr viel weniger Salz enthält, ist sie wesentlich bekömmlicher und gesünder als Sojasauce. Für Schärfe sorgt Sriracha, eine scharfe Chilisauce. Man kann sie besser dosieren als Chilischoten oder -flocken und auch sehr viele andere Gerichte damit befeuern. Beim Asiaten steht sie meistens auf dem Tisch, so dass man dem Schärfegrad individuell nachhelfen kann.

Rezept für Scharfer Glasnudelsalat mit cremiger Erdnusssauce

Rezept für 2 Personen

Zutaten:

Für den Salat:

  • 100 g Glasnudeln
  • 1 Karotte
  • 1 kleine Snackgurke
  • 1 Stück Rotkohl
  • 90 g Erdnüsse
  • 1 Zwiebel
  • 1/2 Bund Petersilie

Für die Erdnusssauce:

  • 2 gehäufte EL Erdnussmus
  • 5 TL Cocos Aminos
  • 2 TL Sojasauce
  • 2 TL Reisessig
  • 2 TL Sriracha
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Stück frischer Ingwer
  • 4 EL heißes Wasser
  • 2 TL geröstetes Sesamöl

Zubereitung:

Die Glasnudeln nach Packungsanweisung kochen und kalt abschrecken. Karotten, Gurke, Paprika, Rotkohl in dünne Streifen schneiden (Julienne) oder raspeln. Zwiebel in Ringe schneiden. Petersilie und Erdnüsse hacken.
Alles in eine Schüssel geben und mischen.

Für die Erdnusssauce alle Zutaten in einen Blender füllen und fein pürieren.
Über den Glasnudel-Gemüse-Mix geben und gut vermischen.




Mousse au Chocolat aus Seidentofu – Besser als das Original!

Heute räume ich mal wieder mit einem Vorurteil auf. Mit einem, das meiner Vorstellung entsprungen ist. Es betrifft den Seidentofu, der in seiner Konsistenz festem Joghurt oder Quark entspricht. Er besteht zu 80 Prozent aus Wasser, wird im Gegensatz zu herkömmlichen Tofu, der nur 50 Prozent Wasser enthält, nicht gepresst, nachdem die Sojamilch erhitzt und nicht geronnen wurde.
Ich liebe Tofu, aber in herzhaften Gerichten. In einer Süßspeise konnte ich mir die zu Blöcken gepressten Sojabohnen bislang weniger vorstellen. Dachte, dass man das leicht Säuerliche herausschmecken würde. Nein, keineswegs.

Perfekte Mousse au Chocolat aus Seidentofu

Ich versuche Rezepte, die Tofu enthalten, weitestgehend zu vermeiden, weil ich keine Vorurteile bedienen möchte und ich vorbehaltlos für die vegane Küche begeistern möchte. Aber an diesem Rezept führt kein Weg vorbei. Ich übertreibe nicht, wenn ich wie in der Überschrift behaupte, dass diese Mousse au Chocolat, deren Hauptbestandteil Seidentofu ist, besser als das Original schmeckt. Noch cremiger, noch luftiger – versprochen. Der Clou: dieser Dessert-Klassiker ist in maximal 5 Minuten zubereitet, wenn man von der Schmelzzeit der Schokolade einmal absieht.

Ich weiß noch aus meinen vegetarischen Zeiten, wie aufwändig die Zubereitung einer klassischen Mousse au Chocolat war. Das Aufschlagen der Eimasse, bis sie weiß und luftig war, dauerte alleine schon mindestens eine Viertelstunde. Deshalb gab es sie nicht allzu oft und nur zu besonderen Anlässen. Aber diese Variante hier, wird wahrscheinlich ab jetzt wöchentlich auf dem Speiseplan stehen, wenn man sie erstmal gekostet hat.

Woher nun mein Sinneswandel? Diese Mousse au Chocolat gab es bei einer veganen Freundin als Dessert. Eigentlich hatte ich keinen Hunger mehr und als ich vom Seidentofu hörte, hielt sich meine Begeisterung zusätzlich in Grenzen. Eigentlich… Nach dem ersten Löffel war es vorbei mit der Zurückhaltung.

Vegane Mousse au Chocolat mit Orangenlikör

Meine Freundin ist schon sehr viel länger vegan als ich und auch mutiger, was das Experimentieren anbelangt. Sie ist übrigens so leidenschaftlich bezüglich ihres tierleidfreien Lebens, dass sie vor ein paar Jahren ihre eigene vegane Kosmetiklinie ins Leben gerufen hat. Mit ausschließlich biologischen und natürlichen Inhaltsstoffen. Selbstverständlich ohne Tierversuche.
Auf jeden Fall kann es nicht schaden, vegane und kochbegeisterte Freunde zu haben. Damit man einfach mal öfter über den eigenen Tellerrand hinausschaut.

Ein ganz klein wenig trägt dieses Rezept meine eigene Handschrift, weil ich statt einer reinen Zartbitterschokolade eine mit Orangen und Mandeln gewählt habe. Für den Kick sorgt ein Schuss Orangenlikör.
Einfach sich vom Schokoladenangebot inspirieren lassen. Da gibt es ganz großartige Kombinationen wie zum Beispiel mit Chili, Pfefferminze, Saltet Caramell, Limone… Mandel oder Haselnusslikör runden entsprechend ab. Man kann den Alkohol aber natürlich genauso gut auch weglassen.

Rezept für Mousse au Chocolat aus Seidentofu

Rezept für 4 Portionen

Zutaten:

  • 1 Paket Seidentofu (400 g)
  • 1 Tafel Zartbitterschokolade (100 g, hier mit Orange und Mandeln)
  • 2 EL Dattelsirup (oder Agavendicksaft, Ahornsirup…)
  • 2 EL Orangenlikör

Zubereitung:

Schokolade in kleine Stücke brechen und im Wasserbad schmelzen.

Den Seidentofu (das Wasser aus der Verpackung vorher abschütten) in einen Multizerkleinerer oder eine Rührschüssel löffeln. Die geschmolzene Schokolade, den Dattelsirup und den Orangenlikör dazugeben und gründlich mixen.

Gleichmäßig in Schälchen oder Gläser verteilen und anrichten.




Kartoffelsuppe mit Kichererbsen

Es gibt noch kein Kartoffelsuppen-Rezept auf meinem Blog. Obwohl ich sie gerne mag und ich sie häufig koche. Unspektakulär mit Suppengemüse, Brühe, getrockneten Tomaten und Majoran. Bodenständig wie man so schön sagt. Dazu gibt es dann meist Apfelpfannkuchen. Eine gewöhnungsbedürftige Kombination, aber ich kenne es so aus meiner Kindheit.

Nach wie vor sind Suppen und Eintöpfe für mich eine Königsdisziplin. Nicht einfach, sie besonders zu machen. ‚Salz in der Suppe‘ ist natürlich wichtig, aber es braucht mehr, damit sie nicht gewöhnlich oder langweilig schmeckt.
Bei meiner Linsensuppe, ist es der Schuss Balsamico-Essig, der nicht fehlen sollte. Bei der Kürbissuppe ist es das Ablöschen mit einem trockenen Weißwein und ein gutes Kürbiskernöl als Krönung. Bei orientalischen Suppen erledigen die Gewürzmischungen ihren Job.

Komplizen des guten Geschmacks: Rosinen, Zimt, Stangensellerie und Chili

Nun kann ich im Rahmen meiner Ansprüche, die ich an mich und meine Rezepte stelle, eine würdige Kartoffelsuppe, besser noch: einen köstlichen Kartoffeleintopf, präsentieren. Aus Kartoffeln, Kichererbsen (Proteinquelle), Stangensellerie und Dosentomaten.
Es mag beim ersten Lesen befremdlich klingen, aber meine Zauberzutat sind in diesem Fall Rosinen. Sie nehmen den Tomaten ihre Säure und auch den intensiven Tomatengeschmack, ohne sich als umstrittene Backzutat in den Vordergrund zu spielen. Es harmonieren alle Zutaten also ganz hervorragend, auch die Prise Zimt hält sich dezent im Hintergrund.

Kartoffeleintopf mit Kichererbsen, Dosentomaten und Stangensellerie

Keine Angst vor den Rosinen. Selbst mein Mann, mein schärfster Kritiker und leidenschaftlicher Rosinenliebhaber, hat sie nicht herausgeschmeckt. Erst als ich sie beim Essen erwähnt hatte, war ihm plötzlich klar, warum die Suppe so gut schmecken würde. Manchmal muss man einfach mutig sein.
Ich gebe ehrlich zu, dass ich lange auch kein Freund von solch exotischen Mixturen war. Heute liebe ich sie und weiß, dass sie den kleinen und feinen Unterschied machen.

Rezept für Kartoffelsuppe mit Kichererbsen

Für 4 Personen

Zutaten:

  • 1 Kilo Kartoffeln, festkochend oder mehlig
  • 2 Dosen Kichererbsen (á 400 g)
  • 1 Dose Tomaten, stückig (à 400 g)
  • 4 Stangen Sellerie
  • 2 Zwiebeln
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Rosinen
  • 4 EL Pflanzenöl
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 1/2 TL Zimt
  • Chili oder frisch gemahlener, schwarzer Pfeffer
  • 1 Bund Petersilie

Zubereitung:

Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Kichererbsen abschütten und gut mit Wasser spülen, bis es nicht mehr schäumt (macht sie bekömmlicher). Stangensellerie von den Fäden befreien und in dünne Scheibchen schneiden. Zwiebeln würfeln, Knoblauch fein hacken. Petersilie hacken.

Zwiebeln in Öl andünsten. Kartoffeln dazugeben und vorsichtig rösten. Knoblauch untermischen, kurz anschwitzen. Mit Tomaten und Brühe aufgießen, Rosinen unterrühren. 15 Minuten köcheln lassen.
Kichererbsen und Zimt zugeben, für weitere 10 Minuten köcheln.

Mit Salz, Chili oder Pfeffer und Petersilie abrunden.




Herzhafte Bolognese aus Lupinenschrot

Weil es wie eine Bolognese schmeckt, sogar noch besser, nenne ich es auch so. Auch wenn es vielen nicht gefällt, dass Veganer ihren Nahrungsmitteln Namen geben, die man von Gerichten mit tierischen Zutaten her kennt. Ich finde diese Diskussionen lächerlich. Warum wir unser Essen so nennen, wo wir es doch ablehnen? Wir lehnen das Tierleid und den Tod ab, nicht den Geschmack oder eine Form. Die ganze Aufregung ist ad absurdum geführt, wenn man gleiche oder ähnliche Ergebnisse auch tierleidfrei erzielen kann. Was ist also so verwerflich daran, wenn man Gelüste auf einen alten Klassiker hat und ihn noch dazu gewaltfrei optimiert? Ein freundliches Schulterklopfen und Dankeschön wären in diesem Fall eher angebracht.

Bolognese aus Süßlupinenschrot mit Vollkorn-Linguine

Warum Lupinenschrot? Die Süßlupine hat einen ähnlich hohen Eiweißgehalt (43 g / 100 g) wie Fleisch oder Soja. Ist außerdem reich an Vitamin E und den wichtigen Spurenelementen Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Die heimische Hülsenfrucht  schmeckt leicht süßlich-nussig und bleibt körnig im Biss (auch nach mehrmaligem Aufwärmen).

Lupinenschrot, die heimische Hülsenfrucht, hat einen ähnlich hohen Eiweißgehalt wie Fleisch und Soja

Außerdem meine ich, dass das Lupinenschrot ein sehr guter Geschmacksträger ist. Ich lösche mit Rotwein ab, lasse ihn komplett reduzieren und schmecke trotz zahlreicher Aromen, die im Rezept enthalten sind, eine sehr intensive Rotweinnote. Was das Ergebnis einzigartig und besser als das Original macht. Wer den Geschmack nicht so gerne mag, kann den Wein natürlich einfach weglassen.

Ich liebe Geschmack und Aromen, je mehr, desto besser. Oft erreiche ich das mit Knoblauch oder exotischen Gewürzen. Hier sind es der Rotwein und Gemüse (Zwiebeln, Sellerieknolle, Karotte), das ich vorm Anbraten fein raspele, in Olivenöl so lange anbrate, bis alle Flüssigkeit verdunstet ist und schon leichte Röstaromen aufsteigen. Das ergibt eine geballte Ladung an Geschmack, man muss wirklich nicht mehr viel würzen. Also Vorsicht beim Salzen.
Den „Trick“ mit dem geraspelten Gemüse habe ich bereits in meinem Lasagne-Rezept angewendet. Aus zeitlichen Gründen, weil eine Lasagne schon aufwändig genug ist, habe ich es aus der Tomatensoße einmal weggelassen. Es fehlte schließlich die Raffinesse.

Tipp: Ich habe zum ersten Mal Linguine aus Vollkorn probiert. Sie sind sehr viel herzhafter im Geschmack als Pasta aus Hartweizengrieß. Sie saugen keine Soße auf, weshalb die Bolognese nicht viel Flüssigkeit braucht.

Rezept für Herzhafte Bolognese aus Lupinenschrot

Für 4 Personen

Zutaten:

  • 150 g Lupinenschrot
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • 1 Zwiebel
  • 1 Karotte
  • 1 Stück Sellerie
  • 100 ml Rotwein, trocken
  • 1 Dose Tomaten, stückig (400 ml)
  • 1 TL Oregano
  • 4 EL Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer, frisch gemahlen

Zubereitung:

Lupinenschrot mit Brühe kurz aufkochen und auf ausgeschalteter Herdplatte 10 Minuten bei geschlossenem Deckel quellen lassen. Zwischendurch umrühren, dass sich das Lupinenschrot nicht am Boden des Topfes festsetzt.

Zwiebel, Karotte und Sellerie fein raspeln. Das Gemüse in Olivenöl sorgfältig anbraten bis leichte Röstaromen aufsteigen. Oregano einstreuen.
Das gequollene Lupinenschrot dazugeben, gut mischen und mit Rotwein ablöschen. Die Flüssigkeit komplett reduzieren, dann die Tomaten dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. bei geschlossenem Deckel auf kleiner Hitze gut durchziehen lassen.

In der Zwischenzeit Pasta nach Wunsch (mein Tipp: Linguine aus Vollkorn) kochen und Nudelwasser auffangen. So viel zu der Bolognese dazugeben, bis die Konsistenz den persönlichen Vorlieben entspricht.




Rote-Beete-Gnocchi mit Rosenkohl und gerösteten Walnüssen

Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen, welch starker Gegenwind den Veganern entgegenweht. Sehr viel abfällige Kommentare, mitleidige Blicke und unangebrachte Witze. Seit vier Jahren bin ich nun in meiner Küche am Experimentieren und Entwickeln. Je öfter wir vor unseren Tellern sitzen, desto unumstößlicher unser Entschluss, vegan zu leben. Wir sind erleichtert, sehr viel Tierleid verhindert zu haben und auch in Zukunft zu einer besseren Welt beizutragen.
Zähle ich die ganzen toten Tiere und die Milchprodukte zusammen, die alleine ein Zwei-Personen-Haushalt im Jahr achtlos konsumiert hat, kommt ganz schön was zusammen, dass ich mich heute noch schäme.

Was ist es, warum der Mensch sich derart gegen einen tierleidfreie Ernährung wehrt und man als Veganer so unbeliebt ist? Dass man zum Außenseiter wird? Ja, das ist in der Tat ein Problem. Denn zum einen leidet man selbst, wenn man mit Allesessern an einem Tisch sitzt. Zum anderen ist man plötzlich eine Spaßbremse. Ja, da hört der Spaß wirklich auf und ich vermeide solche Situationen, soweit möglich. Es fängt schon im Restaurant an, wenn man sich durch die Zutaten fragen muss. Der Blick des Kellners spricht Bände und am liebsten würde man uns wieder loswerden wollen. Wie ist das Curry gemacht? Was ist in der Tomatensauce drin? Worin sind die Bratkartoffeln gebraten? Geht die Kürbissuppe auch ohne Sahne? Wo kein Wille, da auch kein Weg. Oft bleiben uns nur die Pommes und auch da müssen wir unsere Gedanken ausschalten, ob da nicht ein Schnitzel, eine Bratwurst oder ein Hamburger in der Fritteuse dabei lagen.

Da müssen wir jetzt durch und ich bleibe dran, mit gutem Beispiel voranzugehen, dass auch die Feinschmecker auf ihre Kosten kommen. Gebe Ideen, was man für Gäste oder zu traditionellen Familienfesten auftischen kann. Verblüffe, wenn ich meine Kostproben verteile, dass ein Kuchen auch ohne Eier gelingt, eine Suppe auch ohne Fleischbrühe schmeckt, in einem Pesto nicht zwingend Käse enthalten sein muss, eine Lasagne auch ohne Hackfleisch und Kuhmilchprodukte funktioniert.
Natürlich muss man die gewohnten Trampelpfade verlassen und neue Wege beschreiten. Aber so schnell versieht man sich nicht und ist fasziniert von den vielen verblüffenden Erlebnissen, die man hat.

Gnocchi aus Kartoffeln und Rote Beete mit Rosenkohl in „Zitronenbutter“ und gerösteten Walnüssen

Dieses neue Rezept – saftige Gnocchi aus Kartoffeln und Rote Beete, Rosenkohl in „Zitronenbutter“ und gerösteten Walnüssen – hat das Potenzial, sich entweder selbst etwas Gutes zu tun oder Gäste damit zu verwöhnen. Mir gedenkt nicht, ob mehr Genuss möglich wäre. Eine schöne Vorspeise dazu, vielleicht eine Focaccia mit einem bunten Salat, und ein interessantes Dessert, zum Beispiel ein kleines Gläschen mit Bratapfel, Marzipan und Nüssen, zum Abschluss – da möchte ich den Gast sehen, der sich beschwert oder herausschmeckt, dass der Rosenkohl nicht in Butter, sondern Margarine geschwenkt wurde. Beziehungsweise, ob die Menüfolge dadurch an Wertigkeit verliert, weil sie ‚vegan‘ ist.

DAS Zaubertool für perfekte Gnocchi: ein Nudelbrett

Es lohnt sich in jedem Fall, Gnocchi selber zu machen. Den Dreh hat man schnell raus. Außerdem müssen sie nicht alle gleich aussehen, so sieht man wenigstens, dass sie hausgemacht sind.
Es gibt noch zwei weitere Gnocchi-Varianten auf meinem Blog. Einmal mit Kürbis, da hatte ich mein Gnocchi-Brett noch nicht und habe die Teigstückchen mit einer Gabel eingedrückt. Die sind mir nicht so gut gelungen. Beim zweiten Versuch, die Gnocchi bestehen nur aus Mehl und Wasser, habe ich mir das kleine Nudelbrett zugelegt. Jetzt macht es sogar Spaß und geht ganz fix.

Ich habe statt Mehl und Weichweizengrieß ein Pastamehl verwendet, dort ist beides bereits gemischt. Ich habe dieses Rezept zweimal Probe gekocht. Beim ersten Mal habe ich die Rote Beete im Backofen gegart, für etwa eine Stunde bei wohlgemerkt kleinen Knollen. Deshalb habe ich sie beim zweiten Versuch geschält, in Stücke geschnitten und in Wasser gekocht. Das geht natürlich wesentlich schneller, aber die Rote Beete gibt viel Pflanzenfarbe ins Kochwasser ab, so dass die Gnocchi nicht mehr so tiefrot gefärbt sind, wie bei der Garmethode im Backofen.

Rezept für Rote-Beete-Gnocchi mit Rosenkohl und gerösteten Walnüssen

Für 2 Personen

Zutaten:

Gnocchi:

  • 150 g Rote Beete
  • 250 g Kartoffeln (mehlig kochend)
  • 90 g Pastamehl (wahlweise 50 g Weichweißengrieß und 40 g Mehl)
  • Salz
  • Pfeffer, frisch gemahlen
  • Muskatnuss, frisch gerieben

Rosenkohlgemüse:

  • 300 g Rosenkohl
  • 80 g Margarine
  • 80 g Wahlnüsse
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Zitrone (Saft und Schale)
  • Salz
  • Pfeffer, wahlweise geräucherte Chiliflocken

Zubereitung:

Rote Beete schälen, in Stücke schneiden und in Wasser gar kochen. Oder die Knollen ungeschält in einer ofenfesten Form bei 180 Grad für 1 Stunde im Backofen garen.
Kartoffeln waschen, mit Schale weich kochen.

Rote Beete pürieren. Bei der Garmethode im Backofen, Rote Beete vorher noch schälen.
Kartoffeln ebenso schälen, durch die Kartoffelpresse drücken und mit der Roten Beete mischen. Das Mehl oder die Mischung zugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und die Masse zu einem glatten Teig verkneten.

Den Gnocchiteig zu einer dicken Wurst rollen, in Scheiben schneiden und diese zu dünnen Schlangen rollen (Durchmesser etwa ein guter Zentimeter). Mit einem Messer in Stücke schneiden. Sie müssen nicht gleichmäßig sein.
Jedes Stück mit mäßigem Druck mit der Handfläche oder dem Daumen über das Nudelbrett rollen.
Die fertigen Gnocchi auf einem bemehlten Brett oder Teller sammeln.

Wasser in einem großen Topf zum Knochen bringen, salzen und die Gnocchi hineingeben. Sobald sie an der Oberfläche schwimmen, das dauert keine 5 Minuten, die Gnocchi mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen und in einem Sieb abtropfen lassen.

Für das Gemüse den Rosenkohl kurz in kochendem Wasser blanchieren und die Röschen halbieren. Die Walnüsse in grobe Stücke hacken, die Zitronenschale reiben, die Hälften auspressen. Den Knoblauch hacken oder pressen.
Die Margarine in einer großen Pfanne zerlassen, Walnussstücke zugeben und goldbraun braten. Knoblauch, Zitronenschale sowie -saft und Rosenkohl unterrühren und kurz bei geringer Hitze ziehen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Gnocchi zum Gemüse geben, kurz erwärmen und servieren.

Den Rest habe ich am nächsten Tag in einer Pfanne gebraten – sensationell.




4 Jahre Paul – Ein Hundekind wird langsam erwachsen

Wer ‚Michel aus Lönneberga‘ kennt, kennt Paul. Meinen Helden aus Kindheitstagen. Hätte ich einen Sohn, dann hätte ich mir gewünscht, dass er wird wie er. Oder eine Tochter, die wie Pippi Langstrumpf wäre. Das Universum hat geliefert, nicht in Form eines Menschenkindes, aber in der Gestalt eines Hundes.
Als hätte ich es geahnt, wer da bei uns einzieht, war ‚Michel‘ auf meiner Namensliste ganz oben, ein paar Tage vor Pauls Adoption. Aber mein Mann wollte unseren Hund draußen nicht ‚Michel‘ rufen. Ich hätte es süß gefunden. So ist es ein Paul geworden, darauf konnten wir uns beide einigen.
Damit aber auch mein Wunsch befriedigt wurde, ist Paul vom Wesen her ein richtiger Michel. Der Filmheld wäre stolz auf ihn, beide zusammen das perfekte Team. Ebenso lustig, lebensfroh, individuell, kreativ, unbeschwert, lausbübisch, kontaktfreudig, intelligent, herzerwärmend und talentiert. Paul hat allerdings das Glück, dass sein Papa nicht so streng ist, wütend wird oder ihn in den Schuppen einsperrt, wie der Vater in der Serie.

Vom Verliebtsein und der Liebe

Es ist wie in einer Partnerschaft. Am Anfang waren es Schmetterlinge im Bauch, dann Verliebtsein, irgendwann Liebe. Dieser Beitrag anlässlich des 4. Geburtstages meines Hundekindes wird also eine Liebeserklärung und ein Schlussstrich unter Bedenken, Ängste und Zweifel. Denn nichts anderes hat diese wunderbare Seele verdient. Die so unbeirrt ihren bisherigen Lebensweg gegangen ist/gehen durfte und sich zu einem wunderbaren Zauberwesen entwickelt hat/entwickeln durfte.
Gegen viele Widerstände, einige Kritik von außen, Einmischungen und fragwürdiges Wissen rund um den Hund. Ohne meinen Hund und mich zu kennen. Ich habe nun einmal andere Vorstellungen von meinem Miteinander mit Hund und wie er zu sein hat. Das sollte vielleicht vorher geklärt werden, wie die Erwartungen sind.

Pauls Persönlichkeit ist ungebrochen

Bei den Erwartungen fängt es an. Ich hatte und habe keine. Alles entwickelt sich. Je nach Charakter des Hundes. Dass ein Hund brav und gehorsam ist, so erzogen wird, wie fast alle Hunde, dass sie nicht auffallen und sich dem Menschen unterordnen, war nie mein Ziel.
Nicht falsch verstehen, wir sind nicht als Kamikaze-Duo unterwegs. Ich als vernunftbegabter Mensch achte sehr darauf, dass wir niemandem in die Quere kommen, der es anders sieht. Jeder hat das Recht, so mit seinem Hund zu sein, wie er es für am besten hält. Das respektiere ich. Wenngleich ich gerne in Frage stelle, ob man es wirklich selbst so möchte oder ob es „Tradition“, die Gesellschaft oder der Hundetrainer so bestimmt.

Ich erziehe meinen Hund nicht, um in der Gunst meiner Mitmenschen zu steigen, ihren Ansprüchen gerecht zu werden und bewundert zu werden. Ich unterstütze meinen Hund in seiner Persönlichkeit und seinen individuellen Bedürfnissen. Paul wird immer an erster Stelle stehen, da mache ich keine Kompromisse. Paul ist ein temperamentvoller Hund, der sehr viel darf und kann, nichts muss. Wem das nicht gefällt oder sich belästigt fühlt, wenn er mit uns zusammen Gassi geht oder bei uns zu Besuch ist, darf unsere Gesellschaft nicht suchen.

Ich mag das im übrigen auch gar nicht, mich zum Gassi zu verabreden, wenn ich weiß, dass die Hunde dabei nicht im Mittelpunkt stehen oder die Hunde nicht zusammen passen. Es ist was anderes, wenn man sich zufällig trifft und die Hunde, sofern sie sich mögen, ein Stück miteinander gehen. Ich mag auch nicht ständig belehrt oder gefragt werden, warum Paul das Stöckchen nicht bringt, in bestimmten Situationen bellt oder er an der Leine bleiben muss. Ich weiß, warum Paul bellt, verstehe ihn, unterstütze ihn oder versuche, ihn zu beruhigen. Da möchte ich mich nicht erklären. Weil es eben auch nicht in zwei Sätzen gesagt ist. Was ich unter keinen Umständen möchte, was aber bei vielen Hundebesitzern ein natürlicher Reflex ist: Paul erziehen zu wollen, ihn zu blocken oder zu kommandieren. Das werde ich nicht mehr zulassen, geschieht aber so schnell, dass ich nicht reagieren kann.

Ein Hofwart bei der „Arbeit“

Paul ist aufgrund seiner Kontaktfreudigkeit einfach manchmal besser an der Leine aufgehoben. Leine ist bei ihm nicht negativ belegt und allemal besser als ihn in stundenlangen Trainings mit dem Rückruf und Neins zu bombardieren. Der Rückruf funktioniert übrigens hervorragend. Meistens gar nicht nötig ist, weil Paul in kurzen Zeitabständen von ganz alleine kommt. Allerdings (noch) nicht zuverlässig, wenn ein anderer Hund am Horizont auftaucht. Ansonsten entwickelt sich alles weitere über das Lernen aus Erfahrungen sehr sicher und nachhaltig: Autos, Fahrräder und Jogger gehören zum Alltag.

Paul, der aufmerksame Hofwächter

Mag sein, dass alles bei uns etwas länger dauert. Ist der Groschen aber einmal gefallen, dann weil Paul verstanden hat und ich ihm nicht meine Sicht auf die Dinge oktroyiert habe.
Schließlich das für mich allerwichtigste überhaupt – neben Pauls Glück: er ist absolut friedlich. Paul hat noch nie geknurrt, die Lefzen hochgezogen oder gar gebissen. Er ist da sehr unbedarft, vermutet nie etwas Schlechtes, fühlt sich nie heraus- oder überfordert. Er reagiert seiner Rasse entsprechend aufmerksam und ist nun mal ein gewissenhafter Hofwächter. Seine Augen, Ohren und Nase sind immer auf Empfang. Es entgeht ihm nichts. Kein Fußgänger. Kein Gegenstand, der am Wegesrand liegt. Kein herannahendes Auto, in dem ein Hund sitzen könnte, um zusammen mit ihm zu spazieren. Kein Stück Papier, das ich in den Müll geworfen habe.

Alle Sinne immer auf Empfang

Ich weiß, aufgrund seines Verhaltens, ob das Herrchen schon zu Hause ist, wenn wir vom Gassi zurück kommen. Dann möchte Paul ganz schnell die Haustür herein, schnuppert Herrchens Parcours – Stuhl, auf dem die Tasche abgelegt ist, Garderobe, Kühlschrank, Mülleimer, Aufzug zur oberen Etage.
Schaut Paul aus den bodennahen Fenstern, weiß ich ohne hinzusehen ganz genau, wer gerade vorbei läuft. Natürlich an seinen Lauten, aber auch ohne Ton sehe ich es an seiner Körperhaltung, der Neigung seines Köpfchens, der Stellung seiner Ohren.

Ich erlebe alles mit Paul zusammen. Finde es unglaublich, wie aufgeweckt er ist. Ich lobe ihn, nehme an seinen Beobachtungen teil, kommentiere sie. Paul versteht jedes Wort, fühlt sich von mir ernst genommen und freut sich über meine Anteilnahme.
Dadurch kenne ich Paul sehr gut, kann ihn sehr genau lesen und den ein oder anderen Alleingang verhindern. Das ist bei weitem die größere Herausforderung, als Kommandos und Gehorsam zu trainieren. Sich in den Kopf seines Hundes zu versetzen, anstatt ihn menschlichen Ansprüchen anzupassen.
So bin ich, Paul sei Dank, inzwischen ein halber Hund geworden. Ich habe durch Paul in den letzten Jahren sehr viel lernen dürfen. Ich spreche und schreibe wohlgemerkt über einen Hund, den ich von Welpen an habe, der keine Vorgeschichte hat. Der bis auf seine Prägungen im Mutterleib und bis zur 10. Woche mit seinen Geschwistern im Tierheim ein unbeschriebenes Blatt war. Daher kann ich heute ohne Bedenken behaupten, dass ich zu Paul uneingeschränktes Vertrauen habe. Das weiß ich sehr zu schätzen, ist nicht selbstverständlich für mich, dass mein Hund so sicher ist. Wenngleich ich eine Menge dafür getan habe, beziehungsweise nicht getan habe. Wie man es nimmt.

Eine Seele von Hund – naturbelassen

Was ich mich nach vier Jahren an der Seite eines sagenumwobenen Hovawarts frage, jetzt nachdem ich die Bekanntschaft der Rasse machen durfte: Warum legt man sich einen Hovawart zu, wenn man einen „braven“ und „erzogenen“ Hund möchte? Was diesen Hund ausmacht und ein absolutes Alleinstellungsmerkmal ist, wird ihm letztendlich wieder wegerzogen. Es wird ein Wolf im Schafspelz aus ihm gemacht. Von denjenigen, die die Rasse angeblich lieben und von denen das Zitat stammt: „Einmal Hovawart, immer Hovawart“. Der Hovawart ist eine Seele von Hund, doch mit der harten Hand, Strenge und Konsequenz schafft man es, diese zu zerstören. Paul durfte sie sich bewahren. Ab jetzt, da er langsam erwachsen wird, tritt dieser Zauber jeden Tag mehr ins Licht.

Meine magischen Momente mit Paul

Nach vier Jahren mache ich die Erfahrung, dass das Miteinander mit Hund im Prinzip ganz einfach ist, wenn man nicht den Umweg über Erziehung geht. Man verpasst so viel Schönes und Erstaunliches, wenn man es nicht wenigstens einmal probiert hat, das respektvolle und achtsame Miteinander. Kein Hund ist wie der andere, auch nicht innerhalb einer Rasse. Deshalb stelle ich ganz besonders Hundeschulen und wild zusammen gewürfelte Gruppenkurse in Frage. Hundetrainer, die Einzelunterricht geben und nicht nach Schema F vorgehen, sind Mangelware – einer unter 100.

Pauls Bandbreite an Blicken ist unerschöpflich

Thema beendet, ich habe es mit der Unterstützung wirklich sehr guter und ausgewählter Berater alleine geschafft, aus Paul und mir ein Team zu machen. Ich hatte fast vier Jahre Zeit, mich an Pauls Seite zu beweisen. Vier Jahre, in denen ich ihm nicht einmal in den Rücken gefallen bin, nie unfair war und nie von meinem Weg abgewichen bin. Vier Jahre, in denen ich mich als Helfer in der Not beweisen konnte. Wenn Paul unpässlich war und ich mit ihm zu jeder Tages- und Nachtzeit stundenlang an der frischen Luft war, bis es ihm wieder besser ging. Nie habe ich geschimpft, wenn Paul sich dann doch mal daneben benommen hat. Weil ich mittlerweile auch weiß, was seine Stimmung und seine Reaktionen beeinflusst. Auch wir Menschen haben schlechte Tage und funktionieren nicht wie ein Uhrwerk.
Das findet Anerkennung seitens meines Hundes. Jetzt, da er fast erwachsen ist, fasziniert mich die Bandbreite seiner Blicke, mit denen Paul sich so gut mitteilen kann. Die ganze Welt legt er mir zu Füßen. Diese Freude, Zufriedenheit, dieses Feuer und diese Liebe hatte mir so noch keiner seiner Vorgänger gezeigt. Nicht nur mir und seinem Herrchen gegenüber, sondern bezüglich seines gesamten Lebens.

Die schönsten Momente beschert Paul mir immer dann, wenn mir kurz davor das Herz fast stehen bleibt. Weil ich nicht gut genug aufgepasst habe, doch zu nachlässig oder der Teufel ein Eichhörnchen war. Wenn Paul in einem Höllentempo wegrennt, weil er einen anderen Hund gewittert oder gesehen hat. Ich lege mir schon immer Entschuldigungen zurecht, um dann festzustellen, dass Paul sich die genau richtigen Hunde und Menschen ausgesucht hat. Wir bekommen dann sehr viele Komplimente für unseren lebensfrohen und höflichen Hund. Es sind fast ausschließlich kleine Hunde, für die er sich interessiert. Darunter oft welche, die sich vor großen oder schwarzen Hunden fürchten. Nicht aber vor Paul. Schon von weitem sehe ich, wie Pauls Rute und das gesamte Hinterteil wedelt, die anderen Hunde keine Einwände haben und die dazugehörigen Menschen mich mit ihrem freundlichen Gesicht beruhigen. Alles gut.

Vor zwei Jahren haben wir eine ältere Dame mit ihrem kleinen Mischlingshund kennengelernt. Wir treffen uns immer mal wieder auf unseren Spaziergängen und haben uns ein wenig angefreundet. Nach wie vor fällt das Wort Hundeschule. Inzwischen aber seltener, weil ich doch etwas richtig gemacht haben muss. Sie selbst ist von Pauls Lebendigkeit ebenso erfreut wie wir und sie erinnert sich gerne an unser Kennenlernen, wo sie schon Schlimmstes befürchtet hatte, weil ihr kleines Mädchen zickig sei und große Hunde nicht mögen würde. Bei Paul ist es anders. Warum auch immer.

Ich weiß es nicht, warum es gerade die kleinen Hunde sind, mit denen es so gut funktioniert. Bei größeren bin ich vorsichtig. Nicht, weil ich fürchte, dass Paul Krawall macht, aber die anderen haben manchmal ein Problem mit ihm und es kommt zum Gerangel. Sofern möglich laufen wir einen großen Bogen oder kehren um. Da braucht Paul noch etwas mehr Zeit, um gelassen zu bleiben.

Es darf spekuliert werden

Nun kenne ich Paul in- und auswendig. Die klassischen Hundemenschen werden mir wahrscheinlich jetzt widersprechen. Aber ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass er mit der Erziehung, wie sie alltäglich ist und vorausgesetzt wird, nicht der wäre, der er heute ist. Natürlich nicht. Denn eigenständiges Denken und Handeln von Untergebenen ist aus mir unerfindlichen Gründen nicht erwünscht. Ein Hund brauche Erziehung und müsse gehorchen, so der Tenor. Man hätte diesen höchst charakter- und willensstarken Hund brechen, ihn einer Gehirnwäsche unterziehen müssen.
Ich mag es mir gar nicht vorstellen, alleine beim Gedanken daran, wird mir übel. Ich bin mir sicher, dass es den ein oder anderen Beißvorfall gegeben hätte. Ich höre gerade bei Hovawarten sehr oft davon. In einer sehr überdurchschnittlich hohen Anzahl werden sie in allen Altersklassen schließlich wieder abgegeben, landen entweder beim Züchter oder im Tierheim. In jeder Beschreibung erkenne ich meinen Paul. Trotzdem werden ein Hovawartkenner, harte Hand und erfahrende Hundehalter gesucht. Vom Regen in die Traufe.
Im ganzen Leben würde man an mich keinen Hovawart mehr abgeben. Dabei würde gerade ich es mir zutrauen, diesen Hunden das Vertrauen ins Leben zurückzugeben. Denn das haben sie verloren, diese hochgradig emphatischen und stolzen Hunde.

Paul und seine größte Leidenschaft: Stöcke – je länger, desto besser

Wir erziehen also nicht, gehen in keine Hundeschule, schauen keine TV-Trainer, gehen nicht auf den Hundeplatz, machen kein Agility, kein Mantrailing, powern nicht aus, machen kein Medical Training, überlegen uns keine Kunststücke, die Paul trainieren muss.
Trotzdem ist Paul in höchstem Maße sportlich. Er balanciert meterlange Stöcke, schlängelt damit an Hindernissen vorbei, erledigt mit Stock seine Geschäfte. Er schwimmt wie ein Fisch. Rennt in einem Affenzahn Parcours, wie sie die Natur erschaffen hat. Er läuft, ohne es trainiert zu haben, selbständig rückwärts, wenn es die Situation verlangt. Er findet nach Tagen oder gar Wochen seine Stöcke oder Bälle im Wald oder Park wieder. Paul lässt sich die Ohren säubern, Zecken entfernen, Fieber messen. Ich kann ihm unangenehm schmeckende Medizin eingeben, die nuckelt er weg wie ein Baby. Ich darf in seinen Napf fassen, wenn ich etwas vergessen habe. Bei der Blutabnahme hält er brav sein Beinchen still und leckt der Tierärztin die Hand. Die Liste könnte ich endlos fortführen.
Ich höre und lese sehr oft vom Gegenteil, obwohl konsequent erzogen wird. Oder vielleicht genau deshalb?
Ja, Paul bellt und zeigt an. Das wurde in ihn hineingezüchtet. Dafür bin ich ihm dankbar, das reglementiere ich nicht, würdige es entsprechend. Denn ich bin ein eher ängstlicher Mensch und würde mich ohne ihn an meiner Seite fürchten, wenn ich im Dunkeln unterwegs bin. Paul und ich ergänzen uns also ganz vortrefflich.

Meine Freundin, die Paul von Anfang an kennt und ihn ebenso in ihr Herz geschlossen hat, rief mich vor ein paar Monaten ganz aufgeregt an und erzählte mir, dass sie gerade einen Mann mit seinem 16jährigen, schwarzen Hovawart getroffen hätte. Er hätte die gleichen Erfahrungen und Erlebnisse mit seinem Hund wie ich mit Paul. Er sei ganz verzweifelt gewesen, weil alle Hundeschule nichts genutzt hätte. Aber im vierten Lebensjahr sei es dann wie von Zauberhand immer besser geworden.
Ein paar Wochen später sah ich ihn auch im Vorbeifahren, drehte um und machte die persönliche Bekanntschaft der beiden. Sie sind quasi die Großeltern. Die Tochter, der er eigentlich gehörte, hatte keine Zeit mehr. Wie es bei Oma und Opa so ist, Verwöhnprogramm war angesagt und das Hundekind entwickelte sich ganz vorbildlich. Also alles richtig gemacht und was für mich noch viel schöner zu hören war, waren die 16 gesunden Jahre.

Der Stand der Dinge und die rosige Zukunft

Nach wie vor treffen Paul und ich regelmäßig auf seine Schwester Filaki mit Frauchen. Ein bisschen wie Familie. Wir haben ja von Anfang an Freud und Leid miteinander geteilt und gemeinsame Abenteuer erlebt. Heute müssen wir lachen, wenn wir daran zurückdenken, wie sehr wir uns gewünscht haben, dass die beiden endlich vernünftig werden. Wie sehr haben wir den sagenumwobenen 3. Geburtstag herbei gesehnt, ab dem sie endlich erwachsen würden.

Paul mit seiner Schwester Filaki – nach wie vor ein Herz und eine Seele

War bekanntlich nicht so. Hunde sind schließlich keine Uhrwerke. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt und freuen uns, dass Filaki und Paul sich nicht wesentlich verändert haben, auch nicht in ihrem Miteinander. Wir haben die Sicherheit, dass wir zwar temperamentvolle Hunde, dafür aber sehr liebenswürdige haben. Mit noch ein paar Eierschalen hinter den Ohren, die uns aber fehlen würden, wenn es anders wäre. Gerade haben wir uns wieder darüber unterhalten, dass es auch bei ihnen diese zwei Lager an Menschen gibt – die, die Lebendigkeit lieben und die, die sich beschweren.
Auch Filaki hat keine Hundeschule besucht. Wir haben uns damals als Ausrede darauf geeinigt, dass die beiden Geschwister eine Lese- und Rechtschreibeschwäche hätten.

Auf jeden Fall vergeht mir die Zeit viel zu schnell. Wo sind die vier Jahre geblieben? Ich bin zum einen erleichtert, dass Paul sich nicht allzu sehr verändert hat. Er ist dreißig Kilo schwerer. Aber sein Wesen hat er sich bewahrt. Habe ich ihm bewahrt. Andere mögen stolz darauf sein, wie brav und gut erzogen ihr Hund ist. Ich bin stolz darauf, dass Paul sich seine Leichtigkeit bewahrt hat/sich bewahren durfte. Dass seine Augen nie traurig blicken. Dass er mit der gleichen Neugier und Abenteuerlust durchs Leben geht/gehen darf. Dass er keine Ängste kennt. Dass er nicht weiß, was Strafe und Liebesentzug sind. Er nie vor meiner Hand zurückschreckt, weil er weiß, dass daraus nur Gutes für ihn kommt.

Mittlerweile, da ich weiß, wie liebenswert Paul ist, bin ich sehr viel entspannter und noch geduldiger. Weil ich mir sicher bin, dass mir etwas fehlen wird, wenn er ruhiger wird. Bereits heute ist es so, dass ich mich sofort sorge, wenn Paul vernünftig ist. Wenn er nicht bellt, obwohl er weiß, dass ich jetzt ohne ihn kurz das Haus verlassen muss. Wenn wir tonlos im Auto an einem anderen Hund vorbei fahren.

Insofern bin ich froh, dass Paulchen meine Hundekind ist. Man sagt, dass Hunde, wenn sie erwachsen sind, auf dem Niveau eines drei- bis vierjährigen Kindes stehen bleiben.
Um wieder auf meinen ‚Michel aus Lönnerga‘ zurückzukommen. Stellen wir uns doch den Michel mal als erwachsenen Mann vor. Wäre er heute ein Bankräuber, Betrüger oder Tunichtgut? Wohl eher nicht.




Vegane Pfeffernüsse mit Orange und Ingwer

Hier muss ich mich selbst loben und wurde mal wieder eines Besseren belehrt. Ich dachte nämlich, dass ich keine Pfeffernüsse mag. Weder Konsistenz, noch Geschmack waren mein Fall.
Heute weiß ich, dass ich noch nie gute gegessen habe. Deshalb kam mir nie der Gedanke, sie selbst zu backen. Bis mein Mann sie sich seit ein paar Jahren wünscht. Nach drei Jahren fasste ich mir jetzt ein Herz und las mich in die Thematik ein.

Pfeffernüsse – nicht zwingend gepfeffert, hier schon

Pfeffernüsse haben ihren Ursprung im Mittelalter. Genauer gesagt wurden in dieser Zeit alle exotischen Gewürze als ‚Pfeffer‘ bezeichnet, weshalb das Gebäck nicht unbedingt Pfeffer enthalten muss. Der Teig allerdings war würzig.

Erinnert mich ein wenig an die Geschichte von den Lebkuchen. Da hatte sie ein Vater für seine kranke Tochter gebacken und da er sie mit ganz vielen gesunden Gewürzen gebacken hatte, wurde sein Kind schnell wieder gesund. Ein Lebkuchen-Rezept findet sich übrigens auch in meinem Repertoire. Noch gesünder als das Original sogar, da in einer veganen Variante. Vor allem sehr einzigartig und überzeugend im Geschmack.
Ähnliche Gewürze sind auch in den Pfeffernüssen verbacken. Allerdings habe ich keine Gewürzmischung verwendet, in anderen Rezepten wird gerne auf Spekulatiusgewürz zurück gegriffen, sondern habe mit jeder einzelnen Komponente fein abgeschmeckt. Enthalten sind Anis, Nelken, Muskatnuss und Zimt. Für eine dezente Schärfe im Abgang sorgen tatsächlich frisch gemahlener Pfeffer und frisch geriebener Ingwer. Weil mir noch eine fruchtige Note und etwas Raffinesse fehlten, verfeinerte ich mit Orangenschale. Es lohnt sich, den Teig sorgfältig abzuschmecken. Vielleicht noch eine Prise Muskatnuss? Oder Orangenschale? Oder Ingwer?

Diese Gewürze machen aus den Pfeffernüssen etwas ganz besonderes: Anis, Nelken, Zimt, Muskatnuss, Pfeffer, Orangenschale und Ingwer

Die Pfeffernüsse werden über einen Zeitraum von zwei Tagen gebacken. An einem Tag wird der Teig kurz zusammengerührt, so dass er über Nacht ruhen kann. Am nächsten Tag werden die Kugeln geformt, gebacken und die Kekse schließlich mit Zuckerguss bestrichen. Alles in allem sehr unkompliziert, einfach und gelingsicher. Was natürlich am wichtigsten ist: SENSATIONELL in Geschmack und Konsistenz. Wer genau hinschmeckt, erkennt einen leicht scharfen Abgang und die Orangennote.

Schwer zu beschreiben, wie groß meine Erwartungshaltung und Neugier sind. Vom Konzept bis zur Verkostung. Schließlich gibt es einige Rezepte, die es nie zur Veröffentlichung schaffen, weil sie meinen Ansprüchen letztlich nicht genügen. Aber im Fall der Pfeffernüsse, die ich mir nur meinem Mann zuliebe vorgenommen habe, gibt es keine Zweifel. Dieses Rezept kann ich mit bestem Gewissen weitergeben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Begeisterung ansteckend sein wird. Mein Mann zumindest wird nie wieder andere essen wollen, weil die meinigen „Maßstäbe setzen“ würden.

Vegane Pfeffernüsse – wie der Name sagt, leicht scharf im Abgang

Noch ein kurzes Wort zur Haltbarkeit all meiner Weihnachtsgebäcke. Ich bin eine sogenannte Last-Minute-Bäckerin, fange maximal erst zwei Wochen vorher mit dem Backen an. Zum einen, weil ich ein schlechtes Zeitmanagement habe. Zum anderen, weil das Gebäck frisch am besten schmeckt. Auch der Christstollen. Er muss nicht vier Wochen lagern. Wie jedes Hefegebäck schmeckt auch er direkt aus dem Ofen am besten. Beziehungsweise entfalten die Gewürze oder andere einzelne Zutaten frühestens nach ein paar Tagen ihr volles Aroma. Was nach zwei bis drei Wochen allerdings wieder abnehmend ist.
Dies sei all denjenigen gesagt, die ein schlechtes Gewissen haben, weil die Vorratskammer noch nicht gefüllt mit zig Keksdosen ist. Wer auf der Zielgeraden zum 24. Dezember sich noch an dem ein oder anderen Abend festlich stimmen möchte, macht alles richtig, ein paar Tage vorher mit dem Plätzchenbacken zu beginnen.

Ich wünsche viel Freude bei den letzten Vorbereitungen und liebevolle, gemütliche und entspannte Festtage.

Rezept für Vegane Pfeffernüsse mit Orange und Ingwer

Ca. 50 Stück

Zutaten:

  • 280 g Dinkelmehl (Typ 630)
  • 2 Msp Natron
  • 80 g Margarine
  • 70 g Zuckerrübensirup
  • 50 g Agavendicksaft
  • 70 g Rohrohrzucker
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer (einige Umdrehungen)
  • 1 TL Zimt (gemahlen)
  • 1 TL Nelken (gemahlen)
  • 1 TL Anis (gemahlen)
  • 20 g frischer Ingwer (gerieben)
  • Muskatnuss (frisch gerieben, etwa 1/3 Nuss)
  • 1 Orange (Schale und Saft)
  • 200 g Puderzucker

Zubereitung:

Der Teig wir einen Tag vorher zubereitet, damit die Gewürze vorm Backen ihr volles Aroma entfalten können.

Margarine schmelzen. Orangenhälften pressen.
Mehl mit Natron mischen. Zuckerrübensirup, Agavendicksaft, Rohrohrzucker, Margarine, alle Gewürze und Orangenschale dazugeben.
In der Küchenmaschine oder mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten.
Eine Rolle formen, in Frischhaltefolie wickeln und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

Am nächsten Tag den Backofen auf 175 Grad vorheizen.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
Aus dem Teig kleine Kugeln (je ca. 10 Gramm schwer) formen.
Auf das Backblech legen. Auf der mittleren Schiene etwa 10 Minuten backen.
Auskühlen lassen.

Puderzucker mit 6 Esslöffel Orangensaft glatt rühren und die Pfeffernüsse mit dem Guss bestreichen.




Königsberger Klopse – gebacken, nicht gekocht

Königsberger Klopse werden auch Kapernklopse oder Soßklopse genannt und haben ihren Ursprung in Ostpreußen. Charakteristisch für dieses Gericht sind die gekochten Hackfleischklöße und die helle Soße mit Kapern. Benannt ist sie nach Ostpreußens Hauptstadt Königsberg und der Bezeichnung ‚Klops‘ für ‚kleiner Kloß‘.

Klein sind meine Klopse auch, ebenso gibt es die berühmte helle Soße dazu. Aber meine Bällchen sind nicht gekocht. In meinem ersten Veganisierungsversuch habe ich sie in einer Gemüsebrühe gar ziehen lassen. Das Verkosten hat mich allerdings eher betrübt als zufrieden gestellt. Ganz unglücklich saß ich über meinem Teller und betrauerte die eher seifige Konsistenz der Klopse.
Wenn ich ehrlich bin, hat mich das schon früher zu meinen Allesesserzeiten gestört, dieses gekochte Hackfleisch. Sodass ich mich meistens mit der Soße und den klassisch dazu gereichten Salzkartoffeln begnügt hatte.

Königsberger Klopse mal anders – frittiert oder gebacken, statt gekocht

Allerdings habe ich eins in meiner Zeit als Foodblogger gelernt, über den berühmten Tellerrand zu schauen und kreativ zu sein. Was nicht passt, wird passend gemacht. Hier Regeln zu brechen wird noch nicht einmal bestraft, stattdessen kann man nur gewinnen.
Diese Erfahrung habe ich bereits bei meiner Interpretation einer klassischen Donauwelle gemacht. Die Kirschen werden nicht im Marmorteig verbacken, sondern als Kompott oder Fruchtspiegel dazu gereicht. Auch meine Sushi-Fabrikation habe ich so perfektioniert. Weil ich die Reisrollen mit den Gemüsestücken immer eher als langweilig empfand. Ohne Sojasoße auch eher geschmacksneutral. Also habe ich das Gemüse geraspelt und mit Mandelmus verfeinert, die Avocado in eine China-Guacamole verwandelt, die Sojasoße aufgepimpt…

Königsberger Klopse mit Kartoffeln

Ich stellte mir vor, dass die Klopse frittiert oder gebraten besser schmecken würden. Die klassische Soße mit Kapern und Zitrone bliebe erhalten und dadurch auch der traditionelle Charakter. Oft klaffen Theorie und Praxis auseinander, aber hier habe ich einen Volltreffer gelandet – wenn ich damit mal nicht ein Traditionsgericht revolutioniere. Mittlerweile habe ich nämlich schon von einigen gehört, dass sie das gekochte Hackfleisch stört. Dann kann man es im übrigen auch gleich ersetzen. In meinem Fall sind die Klopse aus Grünkernschrot und Haferflocken gemacht.

Hauptbestandteile der hellen Soße zu den Königsberger Klopsen: Kapern und Zitrone

Da ich auch Salzkartoffeln als Beilage eher langweilig finde und die meisten sowieso die Kartoffeln in der Soße zerdrücken, was nicht gerade mit Knigge konform geht, kann man auch einen Kartoffelstampf mit Sellerie dazu reichen.

Absolut eine Gericht, worüber sich bestimmt auch Gäste freuen und das man in die festliche Menüplanung einbeziehen kann.

Rezept für Königsberger Klopse – gebacken, nicht gekocht

Rezept für 4 Personen

Zutaten:

Für die Klopse:

  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 100 Gramm Grünkernschrot (im Bioladen kaufen oder schroten lassen)
  • 100 Gramm Haferflocken (feinblättrig)
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 TL Senf (mittelscharf)
  • 1 TL Johannisbrotkernmehl (zum Binden)
  • 1/2 Bund Petersilie
  • Salz
  • Pfeffer

Für die Sauce:

  • 30 Gramm Margarine
  • 30 Gramm Mehl
  • 750 ml Gemüsebrühe
  • 200 ml Pflanzensahne
  • 1/2 bis ganze Zitrone (Saft und Abrieb)
  • 30 Gramm Kapern mit Saft
  • Muskatnuss, frisch gerieben
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung:

Für die Klopse die Gemüsebrühe zum Kochen bringen. Grünkernschrot und Haferflocken gründlich unterrühren. Hitze auf die kleinste Stufe stellen und bei geschlossenem Deckel 5 Minuten garen. Auf der abgeschalteten Kochstelle abkühlen und weiter quellen lassen.

Zwiebeln und Knoblauch schälen und beides sehr fein hacken. Je feiner, umso besser schmecken die Klopse. Petersilie waschen und fein hacken.

Zwiebel, Knoblauch, Petersilie, Senf und Johannisbrotkernmehl zur Grünkern-Haferflocken-Mischung geben. Mit Salz, Pfeffer würzen und die Masse gründlich durchkneten. Sollte sie zu fest sein, noch etwas Brühe zugeben.
Mit angefeuchteten Händen zu 16 kleinen Klopsen formen.

Für die Soße Margarine schmelzen, das Mehl einrühren und anschwitzen. Brühe darunter geben und 5 Minuten unter Rühren leise köcheln lassen. Von der Kochstelle nehmen, Pflanzensahne, Zitronensaft und -abrieb und Kapern samt Saft dazu geben. Mit Salz, Pfeffer und reichlich Muskatnuss abschmecken. Warm halten.

Die Klopse entweder frittieren (auch im Airfryer möglich) oder von allen Seiten in der Pfanne knusprig und goldbraun backen.

Zum Anrichten einen Soßenspiegel auf den Teller geben und die Klopse darauf verteilen.




Schwäbische Maultaschen mit Kartoffel-Wirsing-Füllung

Mein absolutes Lieblings-Bundesland, was Lebensqualität und kulinarische Genüsse anbelangt, ist Baden-Württemberg. Wir haben länger in Baden-Baden gelebt, es war in jeder Hinsicht der Traum schlechthin. Die Nähe zu Frankreich und der Schweiz machte sich in den Speisekarten bemerkbar und war nicht so extrem fleischlastig, wie zum Beispiel in Bayern. Mit Schupfnudeln, Spätzle, Dampfnudeln oder Rösti konnte man mich schon immer glücklich machen.

Trotzdem war ich zu Beginn meiner veganen Ära durchaus bereit auf diese Lieblingsgerichte zu verzichten, weil ich mir nicht vorstellen konnte, beziehungsweise ich keine Ahnung hatte, dass die Alternativen auch bestens tierleidfrei funktionieren. Tun sie aber, sogar gänzlich ohne geschmackliche Einbußen. Meine Rezepte für Rösti, Dampfnudeln und Schupfnudeln sind der beste Beweis und sind durchaus wettbewerbsfähig. Würden sie in einem Wirtshaus angeboten und nicht als vegan deklariert, ich bin mir sicher, dass es keine Beschwerden geben würde. Das ist übrigens immer meine Motivation, wenn ich Klassiker veganisiere, dass entweder niemand den Unterschied schmeckt oder sie das Original noch übertreffen.

Knusprig gebackene Maultaschen mit Röstzwiebeln

Jetzt habe ich mir endlich meine heißbeliebten Maultaschen vorgenommen. Die nicht nur ganz großartig schmecken, sondern noch dazu sehr vielseitig einsetzbar sind. Nicht nur in der Zubereitungsweise (gegart und/oder gebacken), sondern auch für viele Gelegenheiten. Im Rahmen eines Festessens würden sie sich durchaus ganz wunderbar als Vorspeise in einer Festtagssuppe machen.

Ich erinnerte mich, dass die schwäbische Spezialität in ihrer Heimat auch „Herrgottsbescheißerle“ genannt werden. Ich wußte nur nicht mehr warum.
Maultaschen sind bis heute ein sehr beliebtes Fastengericht. Für die Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt. In dieser Zeit soll bekanntlich kein Fleisch gegessen werden. Im Originalrezept sind sie allerdings mit Fleischbrät gefüllt. Der Legende nach hat ein schwäbischer Mönch aus Maulbronn sie erfunden. Um das Fleischverbot zu umgehen, hat er das Hackfleisch einfach in diesen Nudelteigtaschen versteckt.

Was ein Mönch kann, kann ich schon lange. Wenn er betrügt, darf ich das doch auch, dachte ich mir. Insofern versteckt sich in meiner Variante eine fleischlose Füllung aus Kartoffeln, Wirsing, Lauch und Steinpilzen. Ich nenne es nach 400 Jahren einen Ausgleich der Gerechtigkeit. Vielleicht komme ich dafür in den Himmel, wer weiß…

Ein wahres Festessen: Maultaschen in Gemüsebrühe

Auf jeden Fall hält sich der „Betrug“ in Grenzen, denn die Füllung ist nicht minder herzhaft wie mit Fleisch. So sorgen mehlig kochende Kartoffeln für die Bindung, Wirsing, Lauch und Steinpilze für ordentlich Geschmack.

Die Zubereitung ist absolut gelingsicher. Einmal gegart kann man die Maultaschen ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren. Traditionell werden sie in Brühe und mit geschmorten Zwiebeln serviert. Ich mag sie als Suppeneinlage genauso gerne, wie knusprig gebraten und auf einem Salat angerichtet.

Rezept für Schwäbische Maultaschen mit Kartoffel-Wirsing-Füllung

Rezept für 12 Maultaschen

Zutaten:

Für den Maultaschenteig:

  • 320 Gramm Pastamehl (oder 200 Gramm Hartweizengrieß und 120 Gramm Mehl)
  • 160 ml Wasser
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Olivenöl

Für die Füllung:

  • 300 Gramm Kartoffeln (mehlig kochend)
  • 100 Gramm Lauch
  • 200 Gramm Wirsing
  • 20 Gramm getrocknete Steinpilze oder 200 Gramm frische Pilze
  • 2 Zwiebeln
  • 4 EL Olivenöl
  • etwa 100 ml Brühe
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
  • Muskatnuss

Zubereitung:

Für den Maultaschenteig das Pastamehl (oder das Mehl und den Grieß) und Salz in einer großen Schüssel mischen und mit dem Wasser und Olivenöl sorgfältig verkneten. Der Teig sollte sich später gut ausrollen lassen. Ist er zu fest löffelweise noch etwas Wasser dazugeben. 1 Stunde mit Folie verschlossen im Kühlschrank ruhen lassen.

Die Kartoffeln schälen, in kleine Würfel schneiden und in Salzwasser garen. Abschütten, zerstampfen und zur Seite stellen.

Getrocknete Steinpilze einweichen. Die Zwiebeln würfeln. Die Wirsingblätter vom Strunk befreien und grob zerkleinern. Den Lauch putzen, halbieren und in Streifen schneiden.

Die Zwiebeln in einer ausreichend großen Pfanne in Olivenöl anschwitzen. Lauch, Wirsing und Steinpilze dazugeben. Alles zusammen gut anbraten und durchgaren.

Den Pfanneninhalt komplett in einen Multizerkleinerer geben und mit so viel Brühe auffüllen, dass sich die Zutaten gut miteinander mixen lassen und eine geschmeidige, streichfähige Masse entsteht.

Die zerstampften Kartoffeln und den Gemüsebrei miteinander vermischen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss herzhaft abschmecken.

Einen großen Topf mit Gemüsebrühe zum Kochen bringen.

Den Teig zu einem Rechteck (etwa 30 x 60 cm) auf einer bemehlten Matte oder glatten Fläche dünn ausrollen und 10 x 15 cm große Stücke daraus schneiden.

Auf eine Hälfte eines jeden Rechtecks einen gut gehäuften Esslöffel der Füllung geben, zuklappen und die Kanten entweder mit den Zinken einer Gabel verschließen oder zwischen Daumen und Zeigefinger gut zudrücken.

Die Maultaschen nacheinander in die nicht mehr kochende Brühe geben und etwa 10 bis 15 Minuten garen. Sie steigen dann an die Oberfläche.
Am besten in zwei Durchgängen, also jeweils 6 Maultaschen, arbeiten.

Die Maultaschen mit etwas Brühe servieren. Man kann sie aber auch knusprig braten und mit gerösteten Zwiebeln auf einem Salat anrichten.




Gnocchi mit Tomatensugo und grünen Bohnen

Ach, was waren das noch für Zeiten. Als Alfred Biolek im Fernsehen gekocht hat. Ich glaube er war der Urvater aller Kochshows, oder? Auf jeden Fall so schön unaufgeregt und kurzweilig. Ich erinnere mich an eine Sendung, ich weiß nicht mehr, mit wem zusammen er da gekocht hat, da wurde er gefragt, was er immer bei sich zuhause hat, um unerwarteten Besuch zu verwöhnen. Seine Antwort war: Pasta, sehr gutes Olivenöl und Knoblauch. Das habe ich nicht vergessen und daran halte ich mich bis heute. Wie gut, dass ‚Spaghetti aglio e olio‚ zu meinen Lieblingsgerichten gehören. Deshalb habe ich zusätzlich immer Zitronen im Kühlschrank, die machen den italienischen Klassiker nämlich perfekt.

Damit man stets schnell etwas zaubern kann, wenn man mal keine Zeit oder Lust zum Einkaufen hat, dürfen bei mir auch nie Dosentomaten und Tiefkühlgemüse wie Erbsen, Bohnen oder Brokkoli fehlen. Linsen, Kichererbsen, Dosenbohnen oder Kokosmilch befinden sich auch stets unter den Vorräten. Damit lassen sich einige exotische Köstlichkeiten wie Dhal oder Curry zubereiten.

Gnocchi mit Tomatensauce und grünen Bohnen

Was ich natürlich auch immer daheim habe, ist Mehl. Und schon bin ich beim Thema. In was sich Mehl, 1 Dose Tomaten, Olivenöl, Bohnen und Knoblauch verwandeln lassen. So wenige Zutaten ergeben nämlich ein Festessen: Gnocchi in einer leicht scharfen Tomatensauce mit Prinzessbohnen.

Eine Tomatensauce mit Bohnen habe ich kürzlich bei unserem Italiener gegessen, der sehr viele traditionelle und von Hause aus vegane Gerichte auf der Karte hat. Ich dachte, dass sie sehr gut zu den Gnocchi passen würde. Zusätzliche Proteinquellen sind immer herzlichst willkommen. Mit weißen Bohnen oder Kichererbsen schmeckt es auch – was man eben gerade zur Hand hat.

Ein geriffeltes Nudelbrett sorgt für die typische Gnocchiform

Es gibt bereits ein Gnocchi-Rezept in meinem Repertoire. Aus Kürbis und Kartoffeln. Sehr fein, besonders und unkompliziert. Bisher hatte ich mich aber immer ein wenig mit dem Formen abgemüht. So gut und gerne wie koche, so ungeschickt bin ich, gleichförmig zu arbeiten oder zu verzieren. Man sieht es den Kürbisgnocchi an :-))) Auf den Fotos liegen wohlgemerkt noch die schönsten.
Durch Zufall habe ich in einem Video ein Gnocchi-Brett entdeckt, hatte aber nicht allzu große Hoffnung. Eher halbherzig, aber von der Neugier getrieben, bin ich die Tage mein neues Projekt angegangen. Beste Vorraussetzungen also, überrascht zu werden. Das war ich in der Tat. Zum einen wie einfach ein Gnocchi-Teig aus den zwei Zutaten Wasser und Mehl gelingt, zum anderen wie sensationell sich die kleinen Burschen formen lassen. Einfach den kleinen Knopf über das Brett rollen, schon hat man die traditionell geformten Gnocchi. Geht schnell, nichts klebt, im Handumdrehen hat man eine ordentliche Menge Gnocchi produziert. Durchaus auch eine Rezept-Idee für ein schnelles Mittagessen.

Wunderbar fluffige Gnocchi aus nur zwei Zutaten: Mehl und Wasser

Mit zunehmendem Alter wird man weiser. Na ja, zumindest an Erfahrungen reicher. So mag ich mittlerweile meine ganzen Küchengeräte und viele Tools nicht mehr. Weil sie schwer zu reinigen sind, weil sie Platz wegnehmen, weil sie nicht nach meinen Vorstellungen funktionieren… So bin ich relativ immun für Neuanschaffungen wie Kochtöpfe die fast von alleine kochen.
Ich mag es, wie meine Großmutter es früher gemacht hat. Ohne viele Gerätschaften und Technik. Das einzige Hilfsmittel war ein elektrisches Rührgerät. Dafür habe ich heute eine schlichte Küchenmaschine, die ich natürlich nicht missen möchte. Schließlich noch einen Pürierstab, einen Multizerkleinerer, einen Sparschäler, eine Gemüsereibe, einen hölzernen Kochlöffel für meine Kuchenteige und jetzt dieses wundervolle Nudelbrett. Alles Gerätschaften, mit denen ich gleichmäßig und schnell zerkleinern, schälen und formen kann. Damit komme ich bestens durchs (Küchen)Leben.

Rezept für Gnocchi mit Tomatensugo und grünen Bohnen

Für 2 Personen

Zutaten:

  • 1 Tasse Mehl (Größe eines Kaffeebechers), z.B. Dinkelmehl Typ 630
  • 1 kleine Dose Tomaten (400 Gramm, stückig)
  • 2 große Zehen Knoblauch
  • 1 Handvoll Prinzessbohnen (tiefgekühlt)
  • Olivenöl
  • Bohnenkraut
  • Chiliflocken oder eine kleine, frische Chilischote

Zubereitung:

Für die Gnocchi Wasser und Mehl zu gleichen Teilen vorbereiten, also je eine Tasse.
Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Den Topf von der Herdplatte nehmen und das Mehl mit einem Kochlöffel einrühren, bis eine feste Kugel entstanden ist. 5 Minuten ruhen lassen, damit die Masse nicht mehr heiß ist und sich anfassen lässt.
Den Kloß noch einmal kräftig durchkneten, um die restlichen Klümpchen einzuarbeiten.
Eine dicke Wurst rollen, in Scheiben schneiden und diese zu dünnen Schlangen rollen (Durchmesser etwa ein guter Zentimeter). Mit einem Messer in Stücke schneiden. Sie müssen nicht gleichmäßig sein.
Jedes Stück mit mäßigem Druck mit der Handfläche oder dem Daumen über das Nudelbrett rollen.
Die fertigen Gnocchi auf einem bemehlten Brett oder Teller sammeln.

Für die Tomatensauce den Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden. In eine Pfanne mit Olivenöl geben, zusammen mit einer Chilischote oder -flocken und ein paar Zweigen Bohnenkraut dünsten. Die Tomaten und etwas Wasser (halbe Dose) dazugeben und kurz aufkochen. Die Bohnen unterrühren und für etwa 20 Minuten köcheln lassen. Mit Salz abschmecken.

Wasser in einem großen Topf zum Knochen bringen, salzen und die Gnocchi hineingeben. Sobald sie an der Oberfläche schwimmen, das dauert keine 5 Minuten, die Gnocchi mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen und in die Tomatensauce geben. Vorsichtig mischen und auf einem Teller anrichten.