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Karottenlachs zum Frühstück

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Irgendwann wird der Corona-Spuk mal wieder zu Ende sein, hoffentlich dauert es nicht mehr allzu lange. Wie hat eine Freundin letzte Woche gesagt… Sie fühle sich wie auf einem fremden Planeten. Seither ist das mein geflügeltes Wort! So fühle ich mich auch! Wie auf einem anderen Planeten in einem Science-Fiction-Film, ein Genre, das ich so gar nicht mag…
Ich möchte einkaufen, ein paar Osterbesorgungen machen. Kann man ja jetzt. Die Geschäfte sind mittlerweile wieder geöffnet, dachte ich. Ich reiße mich nicht darum, gemütlich bummeln mit der Maske ist nicht so mein Ding… Noch mehr Fremder-Planet-Feeling… Das Schicksal hat mich für mein langes Zögern bestraft, die Geschäfte sind wieder geschlossen. Oder Einkauf nur auf telefonische Bestellung. Also doch keine Ostereinkäufe! Ich bin ein visueller Mensch, ich muss Dinge sehen, sie müssen mir ins Auge springen… Ich ziehe mich also in meinen glücklicherweise sehr schönen Mikrokosmus mit meinem Mann und meinem Hund zurück und übe weiter für den „Ernstfall“. Wenn irgendwann mal wieder Gäste erlaubt sind… Die ersten Gäste in meinem neuen, veganen Lebensabschnitt!

Es gibt einen besonders lieben Gast, auf den ich mich immer außerordentlich freue. Dieser Gast kommt von sehr weit her und liebt deutsche Küche und ein üppiges Frühstück mit Wurst, Käse, Lachs, Marmelade, wie es nur die Deutschen kennen. Das werde ich in dieser Form nicht mehr bieten können. Aber ich sehe mich ja als gutes Vorbild, als jemand, der unaufgeregt agiert und einfach mit Genuss überzeugt! Das ist sozusagen mein USP, dass keiner es merken wird, dass er bei Veganern zu Gast ist.

Seit einem Jahr tüftele ich an genau diesen Rezepten! Dass man aus dem Entzücken nicht mehr heraus kommt, weil es so unglaublich köstlich schmeckt! Ganz oft sage ich beim Essen zu meinem Mann, dass keiner es merken würde, dass er gerade vegan isst. Ich finde, dass mir das ausnahmslos gelingt. Ganz ohne Ersatzprodukte oder täuschend echten Nachbildungen von Fleisch-Gerichten. Das gibt es wirklich, ich kann es manchmal nicht fassen. Vegane Hühnerkeulen aus Seitan und Reispapier, sogar der Knochen wird imitiert. Oder vegane Chicken Nuggets, die so echt schmecken würden, dass sogar den betreffenden Erzeugern und Essern leicht mulmig wird. Nein, das wird man bei mir niemals finden. Ich schöpfe aus dem großen Rezepte-Fundus der ganzen Welt, da werden mir die Ideen auch ohne Imitate nie ausgehen!

Herzhaftes Brötchen mit Karottenlachs

Das Verblüffende ist immer wieder, wenn man die tierischen Zutaten einfach weglässt oder wenn man etwas veganisiert, dass es entweder genauso oder noch viel besser schmeckt. In jüngster Zeit zum Beispiel die vegane Mayonnaise aus Sojamilch und Öl! Die lege ich euch wirklich ganz besonders ans Herz – in Geschmack und Konsistenz unvergleichlich gut!


Nun gibt es aber auch andere Beispiele, wie heute dieser Karottenlachs, den ich für meinen lieben Besuch, den man irgendwann in ferner Zukunft mal wieder empfangen darf, probiert habe. Er schmeckt vorzüglich, keine Frage! Karottenlachs wird bestimmt ganz oft in unserem Kühlschrank zu finden sein. Er wird sich gut in meiner Sushi-Variante oder in den Sommerrollen machen… Dass er aber im Geschmack echtem Räucherlachs ähnelt, das kann man nun wirklich nicht sagen. Mein skeptischer Mann, mein liebster Testesser, der etwas zögerlich in das Brötchen gebissen hatte, als es das Fotoshooting hinter sich hatte, meinte, es schmecke „anders als gedacht“. Und dieses Urteil trifft es auf den Punkt. Auf keinen Fall natürlich wie Lachs! Aber auch nicht wie Karotte… Es lässt sich schwer beschreiben… Es war mein erster Versuch und beim ersten Abschmecken war ich doch sehr skeptisch, denn es schmeckte einfach nur nach Karotte. Aber durch das mindestens 24stündige Marinieren in Rapsöl, Räuchersalz und Norialgen tut sich sehr viel! Besser noch, wenn der Karottenlachs länger ruhen und durchziehen kann… Auf alle Fälle ein gesunder Hingucker auf dem Frühstückstisch, der beim nächsten Besuch dort zu finden sein wird!

Rezept für Karottenlachs

Zutaten:

  • 4 möglichst große Karotten (je größer die Karotte, desto breiter die Streifen)
  • 2 EL Räuchersalz
  • 2 Noriblätter in Bioqualität
  • 5 EL Rapsöl
  • 2 TL Reisessig

Zubereitung:

Karotten mit einem Sparschäler in breite Scheiben schälen

Die Karotten schälen und mit einem Sparschäler breite Streifen herunter schneiden.

Karottenscheiben über dem Wasserbad dünsten

Karottenstreifen dünsten: entweder in einem Wok und einem Bambuskörbchen oder in einem Kochtopf mit Gemüsedämpfeinsatz. Dafür den Boden nur soweit mit Wasser füllen, dass die Karotten später nicht im Wasser liegen. 1 EL Rauchsalz zugeben und das Wasser zum Kochen bringen.
Die Karottenstreifen in den Topf geben, Deckel drauf und 5 Minuten dünsten. Die Karotten sollten noch einen leichten Biss haben.

Für die Marinade in einem Schälchen das Öl und den Reisessig verrühren.

Karottenstreifen marinieren

Die Karottenstreifen in eine luftdicht zu verschließende Schale legen, die Marinade, den Rest Rauchsalz und die in breite Streifen geschnittenen Noriblätter dazu geben und mit zwei Gabeln vorsichtig mischen.

Die Schale verschließen und 1 bis 2 Tage im Kühlschrank marinieren. Zwischendurch immer mal durchmischen.

Marinierte Karottenstreifen nach zwei Tagen

Je länger der Karottenlachs marinieren darf, desto besser. Zwischendurch probieren und ruhig noch ein wenig nachwürzen und abschmecken.

Diesen aromatischen Karottenlachs kann man dann nach Lust und Laune anrichten: mit knackigem Salat und Zwiebeln auf einem knusprigen Brötchen, unter Spaghetti mischen, als Topping für einen Salat…

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